#102 Paul Pfaffel bei der #lunchbox

Shownotes

Unser Gast ist heute Paul Pfaffel. Er hat sein Abitur am Albert-Einstein-Gymnasium in München absolviert. Danach studierte er Philosophie an der LMU sowie später an der Hochschule für Philosophie München. Erste journalistische Erfahrungen sammelte Paul in der Special-Interest-Redaktion Fußball Vorort von merkur/tz und berichtete später für das Landsberger Tagblatt über verschiedene lokale Themen. Seit April 2025 ist der gebürtige Münchner als Volontär für die Augsburger Allgemeine tätig. Bis zum Frühjahr 2026 schrieb er lokal für die Neuburger Rundschau. Im April 2026 hospitierte er im Rahmen seiner Ausbildung an der Günter Holland Journalistenschule in der Feuilleton-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin. Seit Mai arbeitet er in verschiedenen überregionalen Ressorts der Augsburger Allgemeinen.
Vernetze dich gerne mit Paul oder folge ihm auf LinkedIn.
Hier verlinke ich noch den Artikel "KI als Sparringspartner: Wie sie Schule und Schüler schlauer macht", über den wir im Podcast sprechen.
DigitalSchoolStory befähigt seit 2020 Schüler:innen der Klassen 5 bis 13 sowie Studierende, Lerninhalte kreativ in Kurzvideos à la TikTok oder Reels umzusetzen. Die Methode vermittelt Medienkompetenz, stärkt 4K+ Kompetenzen (Kommunikation, Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration) und fördert demokratische Teilhabe und Ausdrucksfähigkeit. Eingesetzt wird die Lernmethode an Schulen, Berufsschulen und Hochschulen. Sie wurde vom Fraunhofer-Institut FIT wissenschaftlich evaluiert. Für ihr Wirken wurde die Organisation 2023 mit dem Corporate Digital Responsibility Award ausgezeichnet und zählt zu den Bundespreisträgern des startsocial-Wettbewerbs 2023/24. Die Schirmherrschaft teilen sich seit 2025 Dr. Fabian Mehring, Bayerischer Digitalminister, und Jutta Croll, Vorstand der Stiftung Digitale Chancen und renommierte Expertin für Kinderrechte im digitalen Raum. Gemeinsam stehen sie für die zentralen Wirkungsfelder von DigitalSchoolStory: digitale Bildung und Kinderrechte im digitalen Raum.
Seit unserem Start wachsen wir kontinuierlich. In unserem Unterstützer-Umfeld finden sich Fachleute aus der Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und ThinkTanks.
Zum Einlesen:

  • Unsere Organisation
  • Erlebe uns in der Klasse
  • So geht Mathe mit DigitalSchoolStory: TikTok im Matheunterricht
  • Schau Dir unsere Fokusthemen an rund um Demokratie- und Wertebildung, Berufliche Orientierung und Prävention Ein lebendiges Beispiel ist das Projekt Wertebildung an der Taunusschule in Bad Camberg gemeinsam mit unserem Kooperationspartner der Werte-Stiftung: Wie Demokratiebildung in der Schule funktionieren kann, zeigt eine kooperative Gesamtschule in Bad Camberg. Schüler sollen lernen, digitale Kommunikationsmechanismen zu verstehen und Informationen kritisch zu hinterfragen. Das zeigt der Beitrag "Volle Kanne" vom ZDF. Genauso wie das Projekt Demokratiebildung an der RS Meitingen, das die Augsburger Allgemeine dokumentiert hat.
  • Die Lernmethode DigitalSchoolStory ist wissenschaftlich evaluiert:
  1. Fraunhofer FIT entwickelt Fragebogen zur Messung von Bildungskompetenzen
  2. Lehrkräfte beobachten Kompetenzstärkung der Schüler:innen durch DigitalSchoolStory

Transkript anzeigen

00:00:02: Wir kommen in der Lunchbox.

00:00:03: Ich freue mich sehr, dass wir heute einen ganz spannenden Gaster haben nämlich Paul Pfaffel und Paul ist volontär bei der Augsburger Allgemeinen.

00:00:13: Und warum finde ich das so spannend?

00:00:15: Weil Medien ja eine ganz relevante im relevanten Bereich abdecken bei uns und die Entwicklung wie Medien gesehen werden oder welche Wirkung Medien haben, ja ganz stark auch zwischendrin in Frage gestellt werden und sich die Nutzung hier auch so verändert.

00:00:33: Also deswegen ganz spannend.

00:00:35: aber bevor wir da loslegen und in das Thema reingehen natürlich in der alt bewährten Art sozusagen Paul, welche drei Hashtags würden dich denn persönlich am besten beschreiben?

00:00:47: Boah, das ist eine Frage die kriege ich gar nicht so selten gestellt.

00:00:50: So kann ich jetzt schon mit etwas Routine antworten.

00:00:52: was ich auf jeden Fall immer gern als Hashtag für mich nehme is hashtag neugierig.

00:00:58: Ich finde dass es auch ganz ganz wichtig als Journalist aber generell auch als Mensch.

00:01:02: dann nehme ich auch noch gerne den hashtag go with the flow Weil ich finde wir sind auch, also ich beziehe mich jetzt hier gerne auf Journalismus.

00:01:10: Wir sind auch gern ein bisschen in unseren alten Arbeitsweisen und muss dann eingeschränken und deshalb können wir gerne mal mehr den Zeitgeist aufgreifen.

00:01:19: Und als letztes nehme ich einfach auch mal gerne den Hashtag zuhören weil der ist zwar schon so kombiniert mit dem Hashtags neugierig sein aber zuhörn finde ich es ist eine ganz wichtige Qualität die wir alle immer weiter trainieren und ausüben sollten.

00:01:37: Genau und da springe ich jetzt nochmal ganz schnell rein, bevor mein Co-Moderator

00:01:41: Eliott

00:01:42: nämlich übernimmt.

00:01:43: Ich darf den Podcast heute nicht alleine machen sondern bin wieder in doppelter Besetzung hier und ich freue mich sehr Eliott dass du wieder mit dabei bist und übergebt doch an dich denn Du hast bestimmt die erste Frage die Du stellen kannst.

00:01:57: Ja ich freu mich auch dieses mal wieder dabei zu sein.

00:01:59: Paul-Junge erwachsene zwischen achtzehn und vierundzwanzig beziehen ihre Nachrichten in Studia mittlerweile mehr über Social Media und über Videoplattformen statt über klassische Medien.

00:02:10: Und das stellt sich für mich als junger Mensch natürlich die Frage, wenn ich jetzt schnipsen könnte und morgen alle klassischen Printnachrichtenmedien einfach verschwinden würden?

00:02:17: Was würde sich in unserer Gesellschaft aus deiner Sicht als erstes verändern?

00:02:23: Schwierige Frage.

00:02:24: Du sprichst es an, die jungen Menschen, die interessiert print gar nicht mehr?

00:02:28: Es liegt zum einen an den Kosten und es liegt aber auch zum anderen daran, dass das einfach nicht mehr attraktiv ist eine riesige Prinzzeitung jeden Tag irgendwie durchzugehen.

00:02:37: Ich habe mich jetzt als Vorbereitung auf dem Podcast noch mal eingelesen und hab zb im Reuters News Report gesehen, dass junge Menschen also über achtzig Prozent dieser angesprochenen Altersgruppe, achtzehn bis zwanzigjährige, interessieren sich tatsächlich für Nachrichten direkt vor ihrer Haustür, sprich Nachrichten und du sprichst es an, die werden im Hauptsächlich wenn überhaupt noch eben über soziale Medien konsumiert.

00:02:59: Das heißt was würde sich verändern?

00:03:00: Es würde sich vor allem verändern dass gerade unsere ältere und damit auch größere Leserschaft eigentlich ihre Nachrichten nicht mehr bekommen würde.

00:03:10: weil für mich ist es selber manchmal paradox aber es gibt immer noch sehr viele unserer Printleser für die online eigentlich keiner Satz.

00:03:18: das obwohl wir online die Artikel teilweise früher teilweise ausführlicher und einfach auch besser aufbereitet sehen, anbieten könnten.

00:03:25: Aber für die ist einfach Print sind die Nachrichten.

00:03:28: Und wenn wir dann Print einfach abschalten würden würde erst mal wirklich ein großer Anteil dieser älteren Bevölkerung, die Nachricht nicht mehr konsumieren können?

00:03:37: Das ist jetzt schon eine politische Schlussfolgerung.

00:03:39: aber dann werden sie natürlich umso offener für Desinformationen, die sich vielleicht auch auf anderen Wegen erreicht.

00:03:45: Sprich ich würde sagen es würde sich vor allem erstmal im älternen Bevölkerungsteil was verändern, wenn Print einfach wegfallen würde.

00:03:53: Super, super spannend.

00:03:54: Du hast jetzt seit über einem Jahr deinen Bolinteriat.

00:03:57: Wie hat sich denn dein Blick gerade im Hymnblick auf junge Leserinnen eigentlich verändert, seitdem du dort angefangen hast?

00:04:05: Auch eine gute Frage, was ich jetzt gerade gemerkt habe.

00:04:08: Das ist bei mir noch ziemlich frisch in der Erinnerung.

00:04:10: Ich durfte im Juli schon an unserem Haupthaus in Augsburg Bolo Video-Voloso sein.

00:04:16: Sprich, ich durfte einen Monat nur für unseren Social Media Kanal Videos aufnehmen.

00:04:21: Das sind teilweise, würde ich sagen, Zweitverwärte zu Nachrichten die auch schon so für Print oder online geschrieben worden werden.

00:04:28: Teilweise aber auch selber gesetzte Themen.

00:04:30: und da hab' ich auf jeden Fall das erste Mal wieder richtig gemerkt.

00:04:33: Und da springe ich jetzt eben zurück in mein Lokaljahr, was mein erstes Ausbildungsjahr war.

00:04:38: Da habe ich dann gemerkt, junge Menschen interessieren sich eigentlich voll für etwas Loses und also sagen wir ganz wahrscheinlich unserem Land hört es hier mal ein bisschen pathetisch an.

00:04:46: Aber junge Menschen Interessieren sich einfach auch für Nachrichten nur halt eben auf ganz anderen Kanälen.

00:04:51: weil für meinen elf Monaten wo ich für die Neuburger Rundschau in Neuburg an der Donau eben lokal schreiben durfte hatte Ich schon regelmäßig das Gefühl dass ich vor allem für ältere Menschen schreibe.

00:05:01: Auch bei der Themenauswahl merkst du halt.

00:05:03: Und jetzt aber gerade wieder der Sprung rüber in diesem Video-Monat, da habe ich dann gemerkt erst mal du hast eine viel höhere Reichweite als du je mit einem Printartikel haben wirst im Lokal und du merkst eben auch an den Kommentaren das kommt wirklich dass.

00:05:17: das trifft auf Resonanz bei den jungen Menschen, sprich die Juppt das was da los ist, die kommentieren sogar die Liken nicht nur.

00:05:23: und ich meine wenn du kommentierst, dann heißt es ja schon dich interessiertes Thema!

00:05:26: Du hast was dazu zu sagen.

00:05:28: Genau das sollte das Organismus eigentlich machen.

00:05:30: Debatten auslösen, Reaktionen auslösend und eben auch bei jungen Menschen.

00:05:36: Paul du hast es ja schon gesagt Du warst ein Ja im Lokalen.

00:05:41: Wie merkt man da tatsächlich auch dass so lokalen Nachrichten Menschen vor Ort auch irgendwie bewegen?

00:05:47: Und in welcher Form und warum bist du oder warum ist dir tatsächlich auch das lokale wichtig?

00:05:55: Also zur ersten Frage erst mal, wie ich das merke.

00:05:58: Das ist im Lokalen deutlich präsenter als wenn du in einem Haupthaus von dem großen Medienunternehmen sitzt weil im Lokal bist du wirklich der direkte Ansprechpartner.

00:06:07: sprich jetzt wenn ich wieder unser Beispiel aus Neuburg nehme wir hatten da unsere Redaktion direkt im Stadtzentrum in einem, ich sag es mal Einkaufszentrum also kleine Stadtspräch kleines Einkaufszentrum war ich dann in einem Treffpunkt der Stadt Sprich, da sind die Leute noch wirklich vorbeigekommen und vielleicht sind sie auch einfach nur vorbeigekommen weil sie eh schon da waren.

00:06:25: Und haben sich gesagt ne ich habe da aber was zu sagen zur Artikel XY oder zur Kommentar XY.

00:06:31: oder mir hat etwas gefehlt.

00:06:32: also im Dokalen kriegst du den direkten Kontakt zu den Lesern direkt immer gespiegelt.

00:06:37: wenn Du was schreibst was was den Leuten nicht gefällt oder was bei denen Leuten irgendwie auf starke emotionale Resonanz trifft dann kommen die direkt zu Dir an Dein Schreibtisch.

00:06:45: sprich das ist schon mal eine ganz andere Awareness für Deinen Beruf.

00:06:50: Und daran merke ich eben auch, um nochmal auf diesen Reuters-Report zurückzukommen.

00:06:53: Dass die Menschen zwar grundsätzlich weniger vertrauen in Medien haben aber ein lokaler Medien tatsächlich noch einen sehr hohes Vertrauen haben.

00:07:01: und das heißt dieses Vertrauen verteidigen die Leute auch.

00:07:04: und die kommen dann direkt vorbei und sagen ja ne es hat mir nicht gefallen dass du da XY weggelassen hast oder XY so viel Redezeit gegeben hast oder da fehlte mir was.

00:07:14: warum wart ihr nicht bei diesem Event?

00:07:15: Und dafür bei dem anderen?

00:07:17: also kriegst du's wirklich ganz direkt.

00:07:19: Hier kriege ich vielleicht mal ein paar Mails oder ein paar Kommentare, die ich dann über unser Community Management System zugespielt bekomme.

00:07:25: Aber ihr merkt schon das ist eine ganz andere Direktheit im Lokalen.

00:07:30: Das bringt mich zu dem Punkt, warum Lokaljournalismus so wichtig ist.

00:07:34: Weil es an den Menschen dran ist.

00:07:36: Du hast nicht diese Reichweite aber du hast einen ganz anderen Impact weil die Leute dir lokal viel mehr vertrauen und auch bei wir das ist ja unser Spezialgebiet als Augsburger Allgemeine mit unseren Lokalredaktionen.

00:07:48: Wir decken da wirklich Flecken auf der Karte in Bayern und in Bayerisch Schwaben ab die sonst niemand abdeckt.

00:07:54: Wir sind eigentlich die einzige richtige Nachrichtenquelle, die dann auch wirklich Qualitätsjournalistisch zur Staat die Nachrichten aufbereitet und eben auch einordnet was passiert.

00:08:02: Sprich ist es halt wirklich ein super wichtiger Punkt weil wenn wir nur noch dieses Überregionale haben, haben wir halt nur noch Geschichten wie warum antwortet März nicht auf alles?

00:08:11: Was in der Sommerpause passiert hier?

00:08:14: Warum ist die AfD so stark klar?

00:08:16: das sind alles wichtige Geschichten aber im Endeffekt fängt es halt im Lokalen an und auch politisch, es fängt in den Stadtunternehmen Gemeinderäten an.

00:08:24: Und da siehst du meistens schon viel früher Trends die sich dann irgendwann erst bundespolitisch zeigen.

00:08:29: Jetzt habe ich sehr weit ausgeholt.

00:08:32: Gar nicht schlimm aber tatsächlich hat das ja so ein bisschen auch erklärt warum dein Herz dafür schlägt und warum das auch so wichtig ist.

00:08:39: Ich würde aber trotzdem noch mal ein Punkt tiefer gehen, nämlich jetzt bist du ja selber auch tatsächlich sehr jung noch Paul.

00:08:45: Das heißt, du hast dich bewusst dafür entschieden auf Medienseite zu arbeiten – auch das ist heute nicht mehr was, was so einfach

00:08:53: passiert sondern

00:08:54: man sucht dir Händering nach Nachwuchs Und erlebst natürlich auch, du sagst da wird eine ganze Zielgruppe abgeschnitten wenn man quasi nur noch auf online gehen würde und nicht mehr print.

00:09:05: Du hast aber damit schon sehr deutlich auch das Problem so ein bisschen angeschnitten nämlich junge Menschen finden auch lokal wenig bis gar nichts statt.

00:09:15: Ich weiß nicht, wie fällt dir das auf?

00:09:17: Wie nimmst du das wahr?

00:09:18: Warum gibt man jungen Menschen nicht diesen Raum tatsächlich dann auch im Lokalen wenn doch Lokaljournalismus so wichtig ist.

00:09:26: Wenn man das so hoch hält dass man sonst nichts mitkriegt was in dem Ort und der Kommune selber passiert warum räumt man diesem Platz jungen menschen nicht mehr ein?

00:09:36: Ja über die Frage habe ich jetzt auch im Vorhinein zu dem Podcast schon ein bisschen nachgedacht, weil es ist wirklich nicht so leicht zu beantworten.

00:09:44: Es gibt mehrere Faktoren.

00:09:46: Ein Faktor ist sicherlich wenn du eben morgens dann in diesen Morgenkonferenzen die wir ja alle haben wo wir entscheiden welche Themen heute interessant sind eben wenn wir da drin sitzen, dann merke ich natürlich das sind in der Regel Themen die betreffen vielleicht junge Leute aber die interessieren junge Leute nicht.

00:10:03: Weil im Prinzip Betreffen tut ja eigentlich auch alles genauso junge Leute wie ältere Leute was lokal passiert.

00:10:08: klar es gibt ein paar Spezialfälle Aber im Lokalen ist ja das lokale dieser Interesse Faktor nicht eigentlich das Alter.

00:10:15: Das heißt dass es schon irgendwie auch eine Art der Aufbereitung Eine Art vielleicht wie wir die Drehs auch wählen sprich die Spins die wir der Geschichte geben welche Richtung wir die Geschichte schreiben wollen, dass sie halt eher auch auf unsere Leserschaft zugeschnitten sind.

00:10:31: Unsere Lesershaft ist eben vor allem ältere Menschen im Prinz sogar eher seventy bis achtzig plus und natürlich denken wir mittlerweile auch viel digital.

00:10:40: aber wenn wir über digitale Leser sprechen dann sprechen wir auch über vierzig Plus.

00:10:44: also das sind unsere jungen Leser so.

00:10:47: Dann Social Media.

00:10:48: natürlich nochmal ein eigenes Thema.

00:10:52: Ich zum Beispiel als junger Redaktor habe natürlich schon auch oft über junge Themen nachgedacht, hab auch ab und zu jungen Themen bearbeitet.

00:11:01: Und ich finde da gibt es so zwei unterschiedliche Themen.

00:11:03: Das eine ist das was man sowieso machen würde, sprich das sind diese Jugendkreisräte, Jugendvereine die es gibt auch Jugendpolitik.

00:11:14: Die gemacht wird ja oft auch betreut von älterer Politik sag ich mal also zum Beispiel dass dann ein Gemeinderat eben der der Jugendreferent ist und der dann eben paar Projekte macht.

00:11:24: Das sind aber meiner Meinung nach nicht die jungen Themen.

00:11:27: Also die ist gut, dass wir sie machen, aber das sind um mehr Lesen und irgendwie auch mehr Interesse für uns haben würden.

00:11:37: Auf Social Media ist es ein bisschen anders, da schauen wir schon auch dass wir die Themen vielleicht eher Richtung junge Menschen drehen.

00:11:47: aber im Lokalen ist es wirklich so das gerade im Lokal noch der Fokus eher auf der älteren Leserschaft liegt weil wir auch im Lokalin tatsächlich viel mehr vom Print abhängig sind wie ich schon vorher eingangs erwähnt hatte, dass eben ältere Menschen vor allem uns noch im Print lesen und auch ein großer Anteil davon keine Bereitschaft hat eigentlich zu online oder sonstigen digitalen Angeboten zu wechseln.

00:12:12: Dann gibt es eben noch diese zweite Art an Geschichten die man wirklich bewusst setzt.

00:12:17: zum Beispiel kann ich mich erinnern das ich zwei Geschichte oder drei Geschichten mit den Schulen in Neuburg damals gemacht habe.

00:12:26: Das war einmal zum Thema, wie KI jetzt in der Schule verwendet wird.

00:12:31: Fand ich damals eine sehr wichtige Geschichte, weil sich auch nicht ob es streng genommen unsere jungen Leser viel gelesen haben aber vielleicht für die Eltern interessant gewesen.

00:12:40: Aber geht auf jeden Fall in die Richtung.

00:12:42: Eine andere Geschichte, die ich gemacht habe ist das das Gymnasium in Neuburg, das Dekatgymnasium ein komplettes Handyverbot eingeführt hat.

00:12:50: Das fand ich auf jeden fall berichtenswert und Ich denke, da war auf jeden Fall ein Anteil von der Schüler dabei, die das interessiert haben und gelesen haben.

00:13:01: Was halt ein ganz großes Problem ist, jetzt zum Beispiel an der Geschichte schön plakativ zu erzählen.

00:13:07: Dass diese Geschichte dann wieder von uns geplust wird, sprich hinter die Bezahlschranke gepackt wird was super wichtig für uns ist weil wir einfach... Wir versuchen ja eben vom Print in digitale zu wechseln und es geht nicht anders als dass wir damit dann auch Geld verdienen.

00:13:19: aber einem Schüler oder auch einen jungen Erwachsenen jetzt zu verklickern das er jetzt für den digitalen Artikel Geld zahlen muss Das klappt nicht.

00:13:27: Das ist einfach, da findest du keinen fruchtbaren Boden.

00:13:30: Da gibt es so viele andere wichtige Sachen für die ihr Geld nötig ist und für das das Geld eben im jungen Alter ausgegeben wird.

00:13:38: Und da ist Journalismus einfach keiner davon.

00:13:40: Das muss man auch realistisch zu sehen.

00:13:43: Dann vielleicht noch mal wenn wir aufs politische Schauen habe ich mich auch kann ich mich gut erinnern dass sich zu den Kommunalbahnen damals einen Artikel und auch ein Kommentar dann geschrieben hab wo eben die OB-Kandidaten in Neuburg sich im Jugendzentrum wirklich von einer wirklich großen jugendlichen Gruppe praktisch Wahlkampfbetrieben haben, sich vorgestellt haben.

00:14:06: Das hat richtig Anlauf gefunden und das hat mich auch nochmal darin bestätigt dass eben die jungen Menschen schon interessiert was politisch abgeht in ihrer Gemeinde, ihrem Kreis.

00:14:16: Also sprich, ich glaube es waren fünfundvierzig Plätze so was eingeplant.

00:14:19: Es werden locker siebzig oder achtzig junge Menschen da gekommen und dann jungen Menschen.

00:14:23: sprechen wir eben wirklich von wirklich junger Menschen, sprich irgendwie von zwölf bis zwanzig.

00:14:29: Genau.

00:14:29: Und dann habe ich eben aber den Kommentar dazu geschrieben, weil es unglaublich schade fand, dass eben diese OB-Kandidaten dieses Event wie jedes andere Wahlkampf-Event mehr oder weniger behandelt haben.

00:14:40: Es wurde zwar vom Jugendkreis Ring so spielerisch gestaltet mit so Minigames und so, aber die Worte und die Erklärungen, die halt von den OB- Kandidaten kommen waren halt dieselben, die bei den anderen Events auch kommen.

00:14:52: Sprich da wurde dann irgendwie von Zukunftsgesellschaften gesprochen, von Startupgründung von Landschaftsschutz, von Sachen die junge Menschen erstens vielleicht mal gar nicht verstehen und zweitens auch die jungen Menschen nicht abholen.

00:15:08: Und das habe ich dann eben auch in den Kommentaren der Überschrift zusammengefasst mit DOB-Kandidaten reden an der Jugend vorbei und vielleicht muss sich uns da auch selber als Medien manchmal in die Pflicht nehmen und sagen dass wir vielleicht als Medien auch manchmal an den jungen

00:15:26: Ich würde da gerne super, gerne einmal anknüpfen und zwar hast du gerade ganz viel von jungen und erwachsenen Themen sozusagen gesprochen.

00:15:35: Ich nehme das aber tatsächlich ganz anders wahr und ich habe eher das Gefühl dass es Medium eigentlich der ausschlaggebende Faktor ist.

00:15:42: also ich sehe sehr viele junge Menschen die zum Beispiel auf Social Media auch Themen die eher für Erwachsenen Anführungszeichen besetzt sind dort konsumiert werden.

00:15:52: Also weiß ich gar nicht ob von der Stellung her nicht eigentlich total schwierig ist, dass man in Themen denkt und nicht in Medium.

00:15:58: Und wenn ich bei Medium bin, ist natürlich auch so ein bisschen die Frage gibt es nicht auf Social Media auch im Kampf um Aufmerksamkeit?

00:16:05: Das ist ja ein großer Unterschied!

00:16:07: Auf Social Media habt ihr ja in der Konkurrenz alle anderen, die auch auf Social-Media posten während ihr als Lokalzeitung ja im Prinzip einfach nur mit den anderen Artikeln derselben Zeitungen kämpft.

00:16:16: Hast du das Gefühl, dass ihr Nachrichten deshalb anders machen müsst eben um diesen Kampf um?

00:16:24: Ja, auf jeden Fall.

00:16:27: Du musst immer deinen Nachrichten dem Medium anpassen.

00:16:30: Wir haben ja auch online ganz anderen Titel als den wir im Print haben, sprich da haben wir genauso diesen Sprung zwischen einem vielleicht eher nüchternen oder mit einem Wortspiel aber eher einen kurzen Printüberschrift und dann eine Online-Überschrift die eigentlich jemanden Zitat drin hat weil es emotionalisieren soll die vielleicht immer diese Keywords drin hat, wo wir wissen das interessiert.

00:16:50: Die Leute sprich da haben wir auch schon den Sprung.

00:16:52: und wenn wir jetzt aber dann nochmal den Sprungen rüber machen vom Online Artikel zum Social Media Post wie du ganz richtig sagst.

00:16:59: Da ist.

00:16:59: auf Social media ist der Kampf groß.

00:17:02: Klar haben wir dann im Zweifel als Lokalzeitung immer noch, ich sage mal die Deutungshoheit weil niemand anderes da ist.

00:17:08: Aber selbst das geht verloren habe ich auch neulich ein interessantes Stück gelesen.

00:17:12: war ja zum Beispiel Gemeinden auch selber mittlerweile in großen Social Media Auftritt haben oder die Kommunalpolitiker sprich dar betteln wir uns dann eigentlich auch schon wieder mit der Gemeinde und den Vereinen um den Post der funktionieren soll, der die Leute erreichen soll und wir sind natürlich auch noch ein bisschen eingeschränkt dadurch.

00:17:30: Wir sind ja dem Qualitätsjournalismus irgendwie zugeschrieben also wir haben uns den verpflichtet.

00:17:36: jetzt kann man wieder lange diskutieren was ist Qualität Journalismus genau?

00:17:40: Da möchte ich jetzt bitte gar nicht anfangen.

00:17:42: Aber wir wissen alle, dass es zwischen Bild- und Augsburger Allgemeine oder Frankfurter Allgemeinen und zum Beispiel Axel Springer schon gewisse Unterschiede gibt wie man Journalismus angeht.

00:17:57: Trotzdem hast du absolut recht, dass wir auf Social Media auch immer gucken müssen.

00:18:02: Dass wir eben die Leute abholen.

00:18:03: es gibt da diese drei Sekunden von denen man gern spricht die vielleicht sogar eher nur zwei sind wo du Zeit hast jemandem von deinem Post zu überzeugen.

00:18:12: Ja und in diesen zwei sekunden musst du dann natürlich auch denjenigen reinziehen in deinen post oder in dein video Und das ist eben die große die große challenge die wir haben als qualitätsjournalisten.

00:18:22: wie können wir Das machen, dass die Leute uns überhaupt wahrnehmen.

00:18:26: Weil wir konkurrieren ja nicht nur mit Newsposts ist das Problem auch Social Media sondern mit dem ganzen anderen Spaß, der da läuft egal ob wir über Brainrod reden wollen oder über Influencer die eine ganz andere Bindung vielleicht zu ihren Followern haben als unsere Leser zu uns Sprich, wir müssen ja nicht nur mit News konkurrieren und diese zwei Sekunden am Anfang müssten so gut sein dass sie sogar gegen den ganzen anderen Social Media Content bestehen können.

00:18:52: Gleichzeitig aber trotzdem irgendwie mit unseren journalistischen Grundsätzen vereinbar sein.

00:18:56: und genau da liegt die Schwierigkeit und das lernen wir gerade erst wie das richtig geht.

00:19:01: Da geht auch ein bisschen so jedes Medienunternehmen seinen eigenen Weg und es wird sich zeigen wer da irgendwann an den besten Weg gefunden hat.

00:19:09: Ich meine es liegt natürlich auch im Endeffekt dran, was wollen die Leute sehen?

00:19:14: Voll!

00:19:14: Das ist ein total spannendes Spannungsfeld.

00:19:17: Was mich noch interessieren würde, natürlich liegt ihr auch in oder ihr in Redaktionen seid ja eigentlich immer unter finanziellen Druck.

00:19:24: Ihr müsst euch ja irgendwie finanzieren und mit Social Media macht ja in der Rente jetzt erstmal kein Geld wenn du zum Beispiel Reels produziert.

00:19:31: Ist genug Geld dafür da wird das dann finanziert von den Printmedien und den Onlineartikeln als ausgestaltetes Konstrukt vorstellen?

00:19:42: Ja, also erstmal ganz richtig.

00:19:44: Wir verdienen mit Social Media eigentlich keinen einzigen Penny und wir machen das nur um wirklich auch teilweise junge Menschen, Gott, Mittelalt will ich jetzt gar nicht sagen.

00:19:54: Weil was sind bitte mittelalte Menschen?

00:19:56: Sprech also genauso Menschen von von vierzehn bis zwanzig wie auch zwanzzig bis bis fünfund dreißig eben einfach mit unserer Marke als Qualitätsjournalistisches Medium einfach vertraut zu machen dass sie merken so ah okay der Beitrag hat mir gefallen und unser Gedanke dahinter ist dann ein bisschen wenn wir das oft genug machen und oft genug jemanden von uns auf Social Media überzeugen können es die Wahrscheinlichkeit höher dass er vielleicht auch mal einen Plus-Abo online abschließt.

00:20:20: Grundsätzlich muss ich aber trotzdem sagen, dass wir einfach noch vom Print leben und deshalb wird auch noch in Print gedacht.

00:20:26: Klar, wir gehen Richtung Online, aber man muss es trotzdem als Wahrheit sagen Wir leben noch von Print und wir leben auch noch von unseren älteren Printabonnenten Und deshalb hat eben auch da irgendwie dieser inhaltliche Fokus auf das Aufbereiten der Themen für unsere Leserschaft, die wir haben, noch einen hohen Stellenwert.

00:20:44: Weil wir können natürlich nicht den Arm abschneiden, der uns gerade noch füttert wenn man es so nennen will.

00:20:52: Frau Lich wird genau da anknüpfen auch.

00:20:56: Eliott hat ja gerade auch schon was gesagt wegen dieser Verteilung, du hast es jetzt gerade nochmal aufgegriffen mit dem Thema ältere Leserschaft die da ist.

00:21:06: wie ist das wenn man grundsätzlich aber jung mitdenkt?

00:21:10: also ich habe das Gefühl häufig Jung findet einfach gar nicht statt und wir fühlen sich Menschen wenn Jungen gar nicht Stadt finden die eigentlich die Zielgruppe sein sollen Vielleicht ein Abonnement abschließen, die vielleicht anfangen sollten sich dafür zu interessieren.

00:21:25: Denn ich habe jetzt erst gelesen das gerade in Gommersbach war es gewesen dass die Lokalredaktion sozusagen geschlossen werden soll.

00:21:35: Da fällt was weg, das heißt die älteren die auch jetzt bezahlen finden nicht mehr statt und egal ob sie vorher bezahlt haben oder nicht.

00:21:43: Und wenn man sich das sozusagen anguckt dass es ein Weg ist der im Moment immer stärker wird nämlich das Lokale Redaktion vielleicht doch nicht in der Form überleben können Ist es da nicht wirklich sinnvoll, irgendwann auch den Schwenk zu machen?

00:21:57: Nämlich wenn ich auch Themen für ältere habe die vielleicht für älter relevanter sind.

00:22:02: Trotzdem die junge Stimme mit einzubeziehen und zu sagen wie stehst du zum Thema oder ist dieses Thema für dich relevant?

00:22:09: in welcher Form?

00:22:11: Wie schätzt du das ein?

00:22:12: wann muss dieser Schiff passieren oder was muss noch passieren damit man überhaupt mehr darüber nachdenken?

00:22:19: Junge Menschen in Nachrichten stärker einzubezielen.

00:22:24: Da ist eine ganz schwierige Frage, weil es eben genau in diesen Paradox reingeht.

00:22:28: Du müsstest eigentlich anfangen den Fokus zu legen bevor das funktioniert.

00:22:32: aber es ist eben ganz schwer in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen jemanden zu erklären der für die Finanzen auch irgendwie dann zuständig ist dass wir jetzt etwas machen müssen was sich aber erst mal für viele Jahre nicht rechnen wird und das natürlich ein großes Problem.

00:22:47: Das ist auf jeden Fall was passiert, was ich trotzdem noch mal zu vorher zur Eliottz Frage sagen will.

00:22:53: Es wird schon sehr viel auch in Social Media rein investiert.

00:22:57: also wir kriegen hier Top Equipment wie man sieht einen eigenen Aufnahmeraum wo wir sowohl Reels produzieren als auch mehrere Podcasts.

00:23:06: Sprich es wird schon in diese Richtung gedacht.

00:23:08: das wird vielleicht ein bisschen langsamer gedacht als es sich manche wünschen würden.

00:23:12: aber es passiert Aber du hast halt immer bisschen die Prämisse.

00:23:16: Du musst erst mal beweisen, dass dein neues digitales junges Format funktioniert bevor es dann halt auch wirklich durchgesetzt wird.

00:23:23: dauerhaft das ist halt auf jeden Fall ein Ding

00:23:27: Ja.

00:23:28: Und sonst nochmal zur Nina, zu dir gerade die jungen Menschen mit einbeziehen ist auch gar nicht so leicht wie es sich anhört, sage ich jetzt mal ganz plump.

00:23:36: Zum Beispiel ich durfte auch in meiner journalistischen Laufbahn schon viele dieser schönen Straßenumfragen machen.

00:23:42: und da achte ich natürlich darauf dass ich auch junge Menschen anspreche und das ist aber einfach unglaublich schwierig weil Erstmal hast du die Herausforderung Menschen unter achtzehn, die ohne ihre Eltern unterwegs sind.

00:23:54: Mit denen darf ich nicht sprechen also schon sprechen aber für deren Namen und deren Zitat und deren Meinungen darf ich einfach rein rechtlich nicht in der Zeitung verwerten, ohne dass sich dann eine Zustimmung von den Eltern habe.

00:24:06: Und das andere ist es halt auch einfach die jungen Menschen von von achtzehnt bis ich sage mal bis zwanzig also wirklich die wirklich jungen Erwachsenen auch einfach irgendwie nicht so ein Also, das heißt nicht so ein Interesse haben.

00:24:19: Aber ich krieg dann eben oft die Rückmeldung so lieber nicht... Also lieber nicht mit meinem Namen und einer Meinung in der Zeitung.

00:24:26: Also irgendwie schon auch ein bisschen, entweder es ist ein Respekt oder auch irgendwie eine Angst davor aber es ist gar nicht so leicht diese jungen Meinungen reinzukriegen weil ich komme dann wirklich oft mit diesem Argument so kommen wir doch jetzt schön nochmal ne junge Stimme reinzukregen.

00:24:39: Ich habe schon mit drei Sechzig-Siebzigjährigen gesprochen.

00:24:42: Jetzt würde mir jetzt wirklich noch mal eine neue Perspektive eröffnen Und das Argument finden die Leute auch gut Aber sie trauen sich dann trotzdem nicht so richtig.

00:24:50: Das ist schon auch was was ich beobachte

00:24:54: Kann ich total nachvollziehen?

00:24:55: Die Frage schon, die sich mir stellt.

00:24:57: Inwiefern kann man anonymisiert dann auch jemanden mit reinnehmen?

00:25:01: Nämlich dass man sagt, man hat mit jemandem gesprochen Mädchen, vierzehn Jahre alt, kann man sozusagen nicht den Klarnamen mit verwenden ob das eine Möglichkeit ist.

00:25:12: und dann stellt sich mir natürlich auch die Frage Das erleben wir ja auch über die Projekte wie schwierig es ist tatsächlich Dinge hinterher nochmal in irgendeiner Form auch zugänglich oder sichtbar zu machen, weil man lieber unsichtbar ist.

00:25:29: Was bedeutet das aber auch in Sachen Medienbildung die wir brauchen?

00:25:33: Was bedeutet es auch tatsächlich mit denen die immer laut sind, die sich nach außen trauen und Dinge sagen und mit denen die leise sind.

00:25:42: Das verschiebt Gesellschaften auch, das nehmen wir ja auch gerade sehr stark in Sachsen-Anhalt war.

00:25:48: wenn man eben auch sieht, einundvierzig Prozent der Menschen unter gar nicht mal Junge oder Alt wählen eine Partei wie die AfD, dann haben wir aber immer noch neunfünfzig Prozent, die das nicht tun.

00:26:01: Die müssen gar nicht politisch einer Meinung sein, aber es ist sozusagen eine Mehrheit, die trotzdem sehr leise ist.

00:26:06: und da fragt man sich ja durchaus, wie schaffen wir auch wieder mehr Menschen, die vielleicht leise sind, Gehör zu verschaffen?

00:26:17: Schwierig, weil wir müssen sie natürlich erst mal überzeugen.

00:26:20: und diese Überzeugungsarbeit die kostet Kraft und Energie Kraft und energie die du auch nicht immer hast als Lokaljournalist.

00:26:27: Weil ich kann wirklich ganz klar sagen dass sich in meinen elf Monaten als Lokalsjournal ist ein deutlich stressiger an Alltag habe.

00:26:34: also ich ihn jetzt hier im Haupthaus hab einfach weil Du viel mehr schaffen musst weil Du eben dieses alleinige Medium bist bleibt eben auch manchmal nicht so viel Zeit, vielleicht für eine größere längere Geschichte oder eben auch eine Geschichte wo du vielleicht erst mal ein zwei Stunden Überzeugungsarbeit leisten musst bei einer jüngeren Person.

00:26:53: Also ja, wenn wir jetzt bei Jüngeren bleiben eben die davon zu überzeugen wie wichtig das jetzt wäre mit ihrer Stimme reinzugehen und so der Frage wie man zum Beispiel in einem vierzehnjährige zitieren könnte ohne den Namen zu nennen.

00:27:06: Da bin ich mir rechtlich nicht sicher.

00:27:08: aber ich bin mir schon relativ sicher dass es auf jeden Fall in dem Bereich Grauzone geht indem man jetzt nicht unbedingt reingehen will weil sonst wäre das natürlich eine attraktive Sache, aber ich glaube allein schon eben dieses Ansprechen ohne Eltern ist eben schon dann schwierig.

00:27:26: Da würde ich gerne auch noch mal reingehen.

00:27:28: Ich habe in den letzten Jahren immer wieder so Erfahrung mit dem Bereich Public Relations gemacht und das allererste was man lernt ist, was hat eigentlich Nachrichten Wert?

00:27:37: Und was bei mir ein bisschen dahängen geblieben ist gerade weil ihr natürlich einen finanziellen Druck habt dass nicht alles das Nachrichten wert für eine gute Demokratie ist immer auch Nachrichtenwert für euch.

00:27:49: Wie legt ihr das denn fest?

00:27:50: Und wie könntet ihr für euch rechtfertigen, dass junge Menschen zum Beispiel ein Nachrichtenwert haben?

00:27:55: oder wenn junge Menschen etwas machen, das ein Nachrichtenwert hat?

00:28:01: Ja eigentlich hängt es eben für uns nicht davon ab, dass es eben junge Menschen machen sondern dass das Thema selber eben nachrichten wert sein muss.

00:28:10: und Aber es kann natürlich ein zusätzlicher Faktor sein, dass man sagen ist jetzt besonders.

00:28:15: Dass es eben junge Menschen auf die Beine stellen, das kann man schon auch machen aber im Endeffekt ist immer eine Einzelentscheidung in der Konferenz getroffen wird wo sich dann noch mehr oder weniger ein Großteil schon einig sein sollte, dass dieses Thema nachrichten wert ist.

00:28:32: Könntest du mir irgendwie ein Beispiel geben, zum Beispiel für so ein junges demokratiefördern das Thema was jetzt vielleicht eher nicht nachrichten wird aus deiner Sicht?

00:28:43: Also so ein ganz klassisches Beispiel.

00:28:45: Ich habe damals mit meiner Schule Musical geschrieben und dann war ich mit knapp sechs Zeitungen austauscht und davon am fünf gesagt dass es ist nicht wert das zu berichten Und die Argumentation dahinter war ja vor allem wirtschaftlich.

00:28:58: also Da stellt sich mir die Frage, wenn ihr darüber diskutiert, ob es das Wert ist, darüber zu berichten.

00:29:04: Habt ihr auch die wirtschaftlichen Argumente?

00:29:06: Weil am Ende des Tages müsst ihr ja auch irgendwas schreiben was die Leser interessieren damit sie weiter bei euch bleiben und weiter für eure Zeitung bezahlen.

00:29:15: Gute Frage!

00:29:18: kombiniert und gleichzeitig schon getrennt, sprich eigentlich sollen wir als Redaktion wirklich nur auf unsere redaktionellen Inhalte gucken.

00:29:25: Sprich was wir eben für berichtenswert halten.

00:29:31: Aber natürlich kriegen wir auch bestimmte Zielwerte vorgeschrieben.

00:29:35: So rund so viele Plus-Abus sollen generiert werden oder so rund so viel Ruheartikel mit einem hohen Score, der sich dann noch nicht nur ausreichweite sondern auch ausleset tiefe und Kaufbuttonklicks und sonstigen Sachen zusammensetzt.

00:29:49: Sprich es ist schon irgendwie eine Kombination.

00:29:51: an sich, würde ich tatsächlich sagen dass das gerade im Lokalen aber generell für uns als schreibende Redakteure Ist das Thema Wirtschaftlichkeit nicht unser Hauptthema?

00:30:04: Also wir gucken schon eher, was ist auch irgendwie aus unserer subjektiven Sicht relevant.

00:30:10: Oft gibt es ja auch Redakteure die für bestimmte Fachbereiche einen ganz guten Überblick haben und die dann für sich auch so ein bisschen manchmal vielleicht auch, ich sag mal aus dem gelernten Bauchgefühl heraus entscheiden können, boah dass das interessiert oder das interessieren nicht.

00:30:25: Aber du merkst schon, es hängt eben ganz viel wirklich an dem Redakteur der eben seine Themen wählt ab.

00:30:30: Also sprich wenn du einen Redakteuer hast, der vor allem auf junge Themen wertlegt dann Aber ich meine dann wäre auch wieder die Frage, da müsstest du eigentlich auch die Stelle wirklich genau dafür schaffen.

00:30:41: Weil dann wär klar so das ist jetzt ein Redakteur der junge Themen umsetzen soll.

00:30:45: Dann hätte der vielleicht auch eine andere redaktionelle Freiheit auch mal Themen mitzunehmen, die vielleicht zum Beispiel für eine Kulturredakteurin verstehe ich dass dein Thema vielleicht einfach nicht das Relevanteste gewesen wäre.

00:30:58: aus ihrer Sicht aber für einen Redakteuer der eben junge Themen nicht aufgrund des kulturellen Werts.

00:31:09: Also das ist so ein bisschen die Stellschraube, die man drehen müsste.

00:31:15: Pauli ich würde gerne nochmal auf das Thema Brücke bauen.

00:31:18: auch gehen nämlich du als wirklich junger Mensch tatsächlich brückenbauen hin zu anderen jungen Menschen um Verbindung zu schaffen zu medien sei es jetzt digital oder auch print.

00:31:34: Wie kann man da Vertrauen aufbauen, um sozusagen wieder stattzufinden?

00:31:40: Und gleichzeitig würde ich gerne nochmal beleuchten dieses Thema.

00:31:45: Du hast vorhin den Begriff Einordnen gesagt.

00:31:49: Ganz viele Menschen fühlen sich ja schon durch dieses Einordnene gegängelt, sozusagen dass sie Wörterthemen Dinge in Mund gelegt bekommen.

00:32:00: Ich finde selber dass Einordnend von Medien tatsächlich eine ganz wichtige Aufgabe ist, um selber nochmal den eigenen Blick anders zu schärfen und da auch noch mal anders zu hinterfragen.

00:32:13: Trotzdem wird dieses Wort Einordnen immer sehr stark als bevormundet wahrgenommen.

00:32:20: Wie siehst du das im Kontext auch zur jungen Zielgruppe?

00:32:24: Ja, nächsten sehr wichtiger Punkt wir sprechen tatsächlich auch sehr oft darüber weil Dieses Einordnern ist, wie du sagst wir setzen einen Dreh weiter.

00:32:34: Gerade im Lokalen ist das auch so wichtig, dass du es machst.

00:32:38: Weil eventuell was ich vorher schon angesprochen hatte der Stadtrat veröffentlicht eigentlich schon selber über was er gesprochen hat.

00:32:44: Sprich wenn ich das reine Protokoll lesen will dann kann ich mir das auch da holen und dann kann nicht mehr das direkt bei den Medien der Gemeinde selber auch holen.

00:32:51: Und deshalb unser einziger Mehrwert wie man so will ist, dass wir eben zusätzlich einordnen können.

00:32:56: Wenn ich mal einen billigen Vergleich ziehen darf zum Beispiel im Sportjournalismus merkt man das ganz krass.

00:33:01: Früher ist man noch hingegangen gelaufen ist.

00:33:05: Aber das würde heutzutage überhaupt keinen Mehrwert mehr schaffen, weil sich eben alle Menschen die sich wirklich dafür interessieren, die wissen schon lange wie es Spiel gelaufen wird.

00:33:12: Entweder haben sie's selber gesehen oder Sie haben es auf einer Fachapp dafür auf einem News Portal selber verfolgt und eben auch schon die Hard Facts sozusagen gesehen.

00:33:21: Sprich unser Mehrwert ist eigentlich nur noch was wir darüber hinaus schaffen können, sprich dass wir schreiben können.

00:33:26: um jetzt bei dem Beispiel zu bleiben wieso war das Spiel so wie es war?

00:33:29: Warum war es vielleicht für einen Akteur ein ganz besonderes Spiel?

00:33:33: Warum haben die Fans danach so oder so reagiert?

00:33:36: Wir müssen irgendwie einen Mehrwert schaffen.

00:33:38: Und das ist dann eigentlich auch schon die Einordnung, die ist dieser Mehrwert.

00:33:41: und eben gerade politisch ist natürlich der Mehrwert, der ist dann politisch weil wenn du etwas politisches einordnest, dann beziehst du auch schon selbst politische Stellung als Redakteur.

00:33:51: Das ist ganz klar!

00:33:52: Es ist ja natürlich auch die große Kunst unseres Berufs dass wir in unserem Bericht sprich nicht im Kommentar das ganze trotzdem einordnen aber eben nicht kommentieren.

00:34:03: das merke ich auch selber sehr oft, weil ich auch selbst durchaus eine starke Meinung zu vielen Themen vertrete.

00:34:08: Und trotzdem muss ich mich da immer so ein bisschen bremsen und dann musst du eben mehr oder weniger mit Argumenten die du objektiv finden kannst, kannst du dann einordnen in deinem Bericht!

00:34:18: ohne dann direkt deine Meinung reinfließen zu lassen.

00:34:21: Und das ist so ein bisschen eben, wie wir versuchen diese Einordnung trotzdem dann objektiv geschehen zu lassen.

00:34:28: aber ich verstehe dass Menschen absolut umgerne Sachen in den Mund gelegt bekommen Aber das ist gar nicht der Sinn davon.

00:34:37: Und im Endeffekt, selbst wenn du als Leser unsere Einordnung komplett missglückt findest haben wir es ja dann damit trotzdem geschafft dass du dich mit diesem Thema befasst und dass du drüber nachdenkst was eigentlich deine Position und deine Meinung zu dem Thema ist und das soll ja eigentlich der Mehrwert von unserem Bericht sein.

00:34:54: Vielleicht kannst du noch den Punkt aufgreifen nochmal, den ich als erstes hatte nämlich wie sehr kannst Du eigentlich als junger Mensch der junger Redakteur ist in einer Zeitung die Brücke bauen zu jungen Menschen.

00:35:05: Wie wichtig ist das eigentlich?

00:35:09: Ja, es ist natürlich elementar wichtig.

00:35:11: Aber in der Zeitung ist das eben gar nicht so leicht.

00:35:14: Wenn ich mit jungen Menschen spreche, dann sage ich den auch grundsätzlich eigentlich nicht so... Ich schreibe jetzt für die Heimatzeitungen, sondern sag ich denen vielleicht so, ich bin schon alles, dass man mal grundsätzlich Und dann ist das erste, was ich tatsächlich auch sage oder das letzte je nachdem.

00:35:30: Ist auch bitte folgt uns auf Social Media weil da siehst du dann im Endeffekt auch wie dieses Thema verarbeitet wurde?

00:35:36: Weil ich weiß wenn ich denen sag ließ mein Artikel dann kann ich mir auch sparen den Satz eigentlich weil es wird in der Regel einfach nicht passieren und eben dieses Brücken bauen ist schon sehr wichtig.

00:35:47: Ich gehe ja auch zum Beispiel.

00:35:49: wir haben ein Projekt hier mit der Günther Holland Journalistenschule sprich der Journalisten Schule von der Augsburger Allgemeinen haben wir ein Projekt, das heißt Voluband der Demokratie wo wir eben als volontärisch sprich ganz bewusst gewählten junge Gruppe auch dann für eine junge Zielgruppe in Schulen gehen die uns einladen und wo wir dann über ausgewählte Themen quatschen.

00:36:09: Ganz oft eben über Medienkompetenz Als eigentlich das Thema aus mit Abstand im Häufigsten angefragt wird über Desinformationen, teilweise auch über digitale Empathie und einfach wirklich junge moderne Themen die die Schülerinnen und Schüler in der Regel alle betreffen.

00:36:25: Und da merkst du schon auch in der Regel dass ein großes Interesse da ist.

00:36:30: Aber trotzdem ist es dann wieder schwierig die Menschen, also die jungen Menschen wirklich auch irgendwie dafür zu sensibilisieren dass das was wir in der Zeitung schreiben oder online eben auf unserer Webseite schreiben.

00:36:44: Dass das ein ganz wichtiger Baustein zum Beispiel für Medienkompetenz und gegen Desinformationen.

00:36:52: die jungen Menschen verstehen, dass Desinformation ein großes Problem ist.

00:36:55: Aber es ist trotzdem gar nicht so leicht, ihnen zu vermitteln, dass unsere Arbeit wenn wir diesen Artikel schreiben dann eigentlich einen Gegenbaustein zu dieser Desinformation sein soll weil einfach dieses Verhältnis auch eben zur früheren Generation einfach verrutscht ist das irgendwie auch ein Schüler heutzutage vielleicht eher für eine Einordnung zu seinem Influencer oder zu mehreren Influencern geht als das ja eben zu uns als Zeitung gehen würde und da ist eben eigentlich unsere größte Challenge.

00:37:23: Ich würde da gerne nochmal anknüpfen auch, weil du ja gerade auch das Beleuchtet hast mit Gemeinderat wenn der auch was mit kommuniziert.

00:37:30: Das heißt ihr steht hier auch inzwischen wenn man wirklich auf dieses Lokale reinguckt.

00:37:40: Ja, deutlich veränderten Situation zu den Pressestellen die es auch inzwischen in den Kommunen und Gemeinden gibt.

00:37:47: Die sozusagen damit natürlich sehr stark das Senden beeinflussen und auch sehr stark dass sozusagen auch sagen was ihre Zielrichtung und ihre Ziele sozusagen auch abbildet Wenn jetzt sozusagen auch sowas wie lokale Nachrichten wegfallen oder auch Jugendliche noch gar nicht sich darüber informieren, vielleicht zunehmend Menschen einfach diese Relevanz gar nicht mehr erkennen die da

00:38:14: ist.

00:38:15: Was hat das am Ende für Auswirkungen auf Dinge, die in einer Kommune mit passieren oder entschieden werden und welche Auswirkung am Ende auch für den Bürger?

00:38:26: Ja, eben einmal die allererste Auswirkungen, die du auch schon selber ansprichst.

00:38:30: Wenn wir wegfallen der eben noch der letzte Standpunkt für neutralen Journalismus ist auf diesem Fleck der Landkarte dann gibt es eben nur noch diese.

00:38:39: also gibt's eben mehrere Sachen aber dann gibt das eben nicht mehr dieses Neutrale.

00:38:43: Es gibt einmal dann die Medien, die die Gemeinde selbst steuert und da hört man schon raus die die gemeinde selbst Steuern, sprich die Steueren dir auch für sich selber.

00:38:53: und zum Beispiel jetzt ein plakatives Beispiel wenn ich jetzt einen neuen Skatepark baue, dann kann ich den natürlich sehr schön verkaufen.

00:39:00: Aber muss vielleicht nicht sagen dass er zweihunderttausend Euro teurer geworden ist als geplant weil hell ich das natürlich als Information sehe die mir nicht weiterhelfen würde als Gemeinde.

00:39:10: wenn ich das jetzt publik mache und groß irgendwie beleuchte Dann habe ich eben noch auch die Lokalpolitiker selber die ja immer mehr in sozialen Medien selbst ihre Nachrichtenwelt sich selber machen Und da habe ich dann natürlich auch eben wieder direkt dieses Framing, das eben natürlich will.

00:39:27: der Lokalpolitiker der gerade nicht irgendwie mitentscheidet oder mitregiert, oder wie auch immer.

00:39:35: Der ist natürlich dann immer extrem kritisch im Gegenüber oppositionell und der, der dafür gestimmt hat wird natürlich eher auch immer Argumente finden warum dieses Dafürstimmen richtig war.

00:39:46: Und damit habe ich eben so eine Pseudonachrichtenwelt lokal die so tut, wie als ob sie sich differenziert damit auseinandersetzt aber eigentlich nur ihre eigenen Interessen vertritt.

00:39:56: und genau das haben wir.

00:39:59: Ich würde gerne noch einmal die Brücke zur Zukunft KI und Desinformation schlagen.

00:40:03: Stichwort nochmal Einordnung!

00:40:05: Ich habe letztens ein spannendes Interview mit Ben Shapiro gesehen, ich weiß nicht ob ihr den kennt.

00:40:09: das ist so ein rechter politischer Kommentar aus der USA Und er hat dann den Journalisten gefragt bist du Meinungsjournalist oder Objektiver-Journalist?

00:40:17: So als wird die Einordnung des Journalisten eigentlich eine objektive Einordnung sein?

00:40:22: Ich glaube es sind total spannende Vielkonzeptionen was sich heutzutage auch merke, mein Abitur ist ja noch nicht so lange her.

00:40:29: Dass junge Menschen immer mehr KI für diese Einordnung verwenden und so tun als würde die KI im Prinzip eine objektive Einordnung geben und was mich da total interessieren würde wie du das denn siehst und wie KI vielleicht auch deine tägliche Arbeit mittlerweile verändert und wo du da vielleicht auch gefahren siehst?

00:40:52: Ja Nee, ist natürlich auch ein ganz wichtiger Punkt wie es das jetzt immer mehr KI eingesetzt wird.

00:40:59: Wie ich's auch schon damals im OMR Podcast Kollegen KI wo ich auch eingeladen wurde sagen durfte KI spielt für uns eine immer größere Rolle.

00:41:08: wir bekommen alle in unserem Unternehmen und das sind mehrere tausend Mitarbeiter mit über die letzten Monate ganz gezielte KI Schulungen bekommen wie wir KI benutzen dürfen.

00:41:17: zum Beispiel also wenn ich jetzt eben erst mal bei uns bleibe Wir haben so ne HausKI bekommen der auch abgeschottet ist, weil das ja auch datenschutzrechtlich zum Beispiel ein ganz wichtiges Thema ist.

00:41:26: Wo gehen dann die Daten hin?

00:41:27: Weil teilweise sind sie eben Persönlichkeitsdaten, die wir haben oder sogar exklusive Nachrichten.

00:41:32: Wo geht diese Nachrichten hin wenn wir sie in die KI packen?

00:41:35: Sprich auf jeden Fall für Journalismus ist KI immer wichtig während ihres Werkzeug.

00:41:40: aber ich kann da so ein bisschen auch die Entwarnung geben.

00:41:43: KI wird uns nie ganz ersetzen.

00:41:44: Sie wird uns vielleicht irgendwann als Schreiblinge ersetzen.

00:41:47: Aber die KI wird jetzt nicht zum Termin selber hingehen Interview führen und wird dann auch nicht eben eine Einordnung geben.

00:41:55: dich als Mensch interessiert.

00:41:57: Weil wenn du weißt, dass es eine KI gegeben hat dann zumindest habe ich schon auch noch das Gefühl, dass der Menschen schon auch richtig ist zu wissen, dass ein Mensch diesen Artikel geschrieben hat.

00:42:06: da gibt's ja eine sehr große Aufschreiwelle.

00:42:08: und wenn ich jetzt zu dem anderen Punkt rüber komme, dass eben natürlich immer mehr Menschen und eben auch junge Menschen KI benutzen um sich Fakten Nachrichten Daten Lösungsansätze was auch immer eben einordnen zu lassen Ja, dann sind wir natürlich an einem Punkt angekommen der ziemlich schwierig ist weil er so differenziert zu betrachten.

00:42:29: Jedes KI-Modell ist irgendwie ein bisschen anders darauf angelegt deine menschlichen Rezeptoren irgendwie zu bespielen aber alle sind darauf angelegt dass du es eigentlich gut findest mit der KI zusammenzuarbeiten.

00:42:41: sprich wir haben so ein bisschen dieses confirmation bias Ding dass die KI grundsätzlich auch merkt, wie du deine Anfrage stellst.

00:42:48: Ungefähr was für eine Antwort du dir vielleicht schon erwartest und dann natürlich dich bliesen will, sprich dir etwas Gutes geben will, dir eine gute Interaktion geben will und dir dann vielleicht eher eine Einordnung gibt, die dich bestätigt.

00:43:01: weil die KI weiß das wir es als Menschen super finden wenn wir uns danach selber eigentlich schlaue finden und sagen ja das dachte ich mir doch schon so ähnlich.

00:43:09: Aber im Endeffekt ist die KI auch genauso wie wir Handys und Social Media nicht per se als Sache zu verteufeln, sondern wir können mit der KI genau so neutral arbeiten.

00:43:20: Wir müssen es halt prompten!

00:43:21: Wir müssen der KI ganz klar sagen was wollen wir für eine Einordnung?

00:43:25: Was soll sie beleuchten?

00:43:26: Was für Quellen soll sie dafür nehmen?

00:43:28: Was Für verschiedene Stimmen und was für Parameter?

00:43:31: Das heißt, wir können schon selber unseren Input geben dass dieses Werkzeug auch so funktionieren kann.

00:43:37: Dass es eben neutral oder objektiv arbeitet.

00:43:40: nur Wir müssen das halt machen und im Prinzip ist es dann genau das gleiche wie wir's bei normalen Medien haben.

00:43:46: Ob wir nur den einen Artikel lesen der eben eh schon das bestätigt was wir lesen wollen?

00:43:50: Oder ob wir auch noch den anderen Lesen, der eben das Gegenteil schreibt einfach nur, dass wir uns immer mit der gegenseite auseinandersetzen aber nur mit KI sich Sachen einordnen zu lassen wenn du eigentlich nicht wirklich ganz genau dann damit arbeitest und auch sagst du willst die andere Meinungen hören, da bekommst Du eben meistens Deine eigene Meinung gespiegelt.

00:44:11: Paul das schließt ja daran sozusagen dass man

00:44:15: so früh

00:44:15: wie möglich eigentlich heran sollte mit KI auch als Werkzeug umgehen zu lernen und das eben auch begleitet.

00:44:21: jetzt hast Du ja kürzlich das kann man ja auch nachlesen ein Artikel geschrieben in der Augsburger Allgemeinen dazu.

00:44:28: das war ja eine Wochenende Ausgabe wo Du Dir ja auch im Vorfeld sehr viel angeschaut hast.

00:44:34: Also du warst ja auch an der Realschule Meiting, hast da mit vielen jungen Menschen gesprochen.

00:44:41: Kannst Du vielleicht nochmal kurz zusammenfassen was Du für Erfahrungen tatsächlich auch gemacht hast hier im Kontext?

00:44:48: Mit Digital Story wieder Schüler und Schülerin mit KI gearbeitet haben und warum Du das sozusagen auch so eingeordnet hast, wie du es eingeordnete.

00:44:59: Und was du daraus schließen würdest für Erwachsene?

00:45:01: Also junge Lernen ist jetzt so... Wie siehst du das tatsächlich auch im Kontext bei Erwachsenen?

00:45:08: Siehst du dass auch in der Form sind eher die Erwachsen und diejenigen, die einfach blind verglauben und vertrauen und schreiben

00:45:16: Ja, ich würde sagen dieses Blindvertrauen.

00:45:19: Das gibt es bei Kindern jugendlichen Erwachsenen und Senioren in allen Altersgruppen zu gleichen Teilen weil's eben so eine Grundvoraussetzung ist dass du eben dir bewusst sein musst das du eben dieses kritische Element der KI immer mitgeben muss weil sie es nicht automatisch machen wird.

00:45:36: wenn ich jetzt genau zu dem Beispiel zurück gehe Ich habe ja in Meiting an der Realschule auch wirklich mit über zwanzig Schülern mindestens fünf bis zehn Minuten Einzelnen gesprochen mir wirklich angehört, was sie über Digitale und KI-Welt denken.

00:45:51: auch gemerkt, dass es wirklich von Schüler zu Schülern sehr unterschiedlich sein kann.

00:45:56: Es gab Schüler die haben gesagt, das spielt für mich eigentlich noch gar keine Rolle benutze ich vielleicht einmal in der Woche also wirklich kleine Nutzungswertes.

00:46:03: Es gibt genauso Schüler die gesagt haben Ich benutze es vor allem meine Alltagsfragen.

00:46:07: Ich benutzt es eigentlich... Ich glaube ein Schüler hat gesagt irgendwie Google mit dem man reden kann.

00:46:13: Fand ich eine sehr schöne Beschreibung weil genau das kann KI ja sein.

00:46:17: Die kann viel mehr auf uns eingehen viel mehr verarbeiten als konnte.

00:46:23: Aber ich finde trotzdem ganz wichtig diese Beobachtung, es ist immer noch bei jedem Schüler unterschiedlich.

00:46:27: Es gibt Schüler für die Spiels noch gar keine Rolle, es gibt Schüler schon eine essentielle Rolle in ihrem Leben.

00:46:33: aber das ist auch interessant zu beobachten und ich bin mir sicher da spielt auch Grundvoraussetzungen, Elternhaus, grundsätzliche Bildungsrolle, vielleicht auch einfach so digitales Interesse an neuen Sachen.

00:46:46: Die ist einfach unterschiedlich ausgeprägt.

00:46:49: Wenn ich jetzt eben zur Digital School Story schaue, durfte ich ja beobachten das euer KI-Modell von Digital School story vor allem so arbeitet wie auch andere KIs die ich mir in Miting habe zeigen lassen.

00:47:03: Die die Schulzertifizien sind arbeiten nämlich dass sie nicht automatisch die Lösungen ausspucken was eben das kritische Denken und generell ja das selber denken dann irgendwann abstellt sondern dass es in Fragen antwortet.

00:47:14: In Fragen Antworten ist tatsächlich eine ganz alte kuratorische Taktik, um zu deinem Studium zu kommen.

00:47:22: Ich kann mich an den so kratischen Dialogerinnen noch aus meinem aus meinen philosophischen Überlegungen wo du ja solange mehr oder weniger Fragen stellst bis der andere selber begreift dass das deine Aussage deinen Standpunkt vielleicht valide ist oder eben auch objektiv sinnvoll ist.

00:47:43: Sprich, dieses Fragen stellen ist natürlich für den Schüler gerade auch viel sinnvoller als eine fertige Antwort zu kriegen.

00:47:50: Aber es kann genauso auch für einen Erwachsenen viel sinnvoller sein weil der Erwachsene darf natürlich wenn er davon ausgeht dass die KI ihm jetzt automatisch die richtige und kritisch abgewogene Antwort gibt dann ist ja natürlich genau so anfällig.

00:48:03: dafür eben zum Beispiel ich also sorry das erzähle aber ich habe vorher mit einem Kollegen im Sport geredet der über anderen Kollegen schon etwas älteres gerede hatte dem eben das passiert ist, dass er einen Interviewpartner einfach mit falschen Fakten konfrontiert hat.

00:48:18: Sprich, er hat an diesem sportlichen Event XY in den Jahr- und Jahrzehnteil genommen – war aber gar nicht so!

00:48:25: Das ist natürlich dann auch irgendwie eine blöde Erfahrung für den älteren Redakteur, die ihn vielleicht jetzt dazu bringt, dass sie doppelt und dreifach checken wird nächstes Mal ob es wirklich so war, weil es wieder so eine typische KI-Hallezination war, wo sich dann sogar die KI sich ausgedacht hat für welchen Akteur er dieses Event stattdessen teilgenommen hat.

00:48:45: Es ist eben genauso bei jungen Menschen wichtig wie für alte Menschen und ich denke, es ist irgendwie immer eine Grundvoraussetzung die da sein muss das du wissen musst.

00:48:54: Ich muss diesen kritischen Input selber geben.

00:48:56: wie ich vorhin schon gesagt habe Die KI wird's nicht automatisch machen Und ich hatte auch vorher Auch noch mit zwei Kolleginnen geredet, die der KI vielleicht auch nicht mit offenen Armen entgegenstehen.

00:49:08: Obwohl sie auch noch eher jüngere Kollegen sind, auch wenn sie jetzt nicht grundsätzlich kritisch sind, die arbeiten schon mit KI und ich habe denen gesagt da ich ja wirklich exzessiv mit KI arbeite muss sich auch ganz offen zugeben Das ist vielleicht auch irgendwann so ein bisschen wie wenn du viel Auto fährst.

00:49:25: Wenn du viel Autofairst, dann merkst du auch welche Stellen sind gefährlich und welche sind eher unkritisch?

00:49:30: Bei welchen kann ich mich eher entspannen oder aber in welchen Stellen muss ich besonders gut gucken?

00:49:34: Und ich finde das ist ein ziemlich schöner Vergleich auch.

00:49:37: Wenn wir diese Grundawareness schaffen können für KI, dann wird die Nutzung auch immer positiver enden weil wir selber wissen so okay Ich habe jetzt diesen Input bekommen Aber an den drei Stellen muss sich vielleicht nochmal nachgucken nochmal selber nach gucken und die Quellen prüfen, weil ich merke irgendwie das kommt mir gerade kritisch vor an der Stelle und eben bis diese Grundawareness da ist wäre es vielleicht gar nicht schlecht wenn die KI immer nur in Fragen antworten würde.

00:50:03: Das ist total spannend, wenn man sich die KIs anschaut, die für Schulen programmiert sind, die arbeiten ja wirklich nur mit so gratschem Dialog gab's in Bremen ganz viel.

00:50:11: Vielleicht noch eine Rückfrage dazu was ich total spannend finde?

00:50:14: Es gibt ja teilweise Studien die mittlerweile nahelegen dass an einigen im Osten mittlerweile KI eher als vertrauenswertes Medium wahrgenommen wird, als der Lokaljournalist muss.

00:50:26: Wie siehst du das?

00:50:27: Kannst du das irgendwie erklären gerade auch in Hinblick auf den Standort im Oßen?

00:50:34: Das ist wirklich schwierig zu erklären für mich.

00:50:40: Es hängt natürlich damit zusammen, dass wir immer mehr als Medien generell Vertrauen in der Bevölkerung verlieren.

00:50:46: Dass es gerade jetzt im Osten vielleicht noch verstärkteren Effekt hat kann denke ich genauso politisch erklärt werden wie auch von der Medienwelt aus das die Menschen dort einfach noch deutlich unzufriedener sind weil es einfach noch mehr Missstände gibt als es sie vielleicht den Süddeutschland gibt.

00:51:03: sprich einfach einen grundsätzlichen gesellschaftlichen, auch historischen Unterschied natürlich mit einer ganz anderen jungen Geschichte.

00:51:12: Trotzdem ist es jetzt für mich als Herr Medienschaffender Qualitätsjournalist tut schon richtig weh diesen Satz zu hören dass das DKI ein höheres Vertrauen genießt als Lokaljournalismus weil die KI ja nicht da bei allem Respekt.

00:51:27: Die KI hat überhaupt keine Ahnung von dieser lokalen Stelle, die KI macht ja eigentlich nichts anderes als riesige Datenwerte dann damit zu vergleichen mit was mir eben meine Anfrage gestellt wird.

00:51:39: aber diese riesigen Datenweise werden ja dann verglichen mit anderen Landkreisen, mit anderen Bundesländern wahrscheinlich sogar mit anderen Ländern generell.

00:51:48: der lokale Bezug den kann die KI gar nicht haben weil eigentlich das stärkste Lokaljournalist ist meiner Meinung nach der schon Jahre an genau diesem Ort eben lebt.

00:51:57: Weil der checkt, was sind die wichtigen Themen?

00:51:59: Was verändert sich auch wirklich?

00:52:01: Der hat auch ein bisschen einen Blick da drauf und Es stehen ja nicht mal die Server überhaupt in der Nähe von den Orten, über die dann gefragt wird.

00:52:10: Sprich die KI ist nicht da vor Ort und deshalb tut es schon wirklich weh weil eigentlich ist genau das wo Lokaljournalismus eben stark ist dass wir noch wirklich vor Ort sind.

00:52:20: Das ist ja der Mehrwert.

00:52:21: ich könnte jetzt hier auch aus Augsburg eine Geschichte über Neuburg machen einfach rein telefonieren Aber das ist ja dann eben nicht der Mehrwert, weil ich habe erstens keine Ahnung mit wem spreche da wirklich.

00:52:32: Welche anderen Akteure gibt es da noch die auch wichtig sind und ich sehe nicht mal das Projekt vor Ort?

00:52:37: Also sprich der wirkliche Mehrwert ist nur dass wir da sind Und die KI ist ja nicht nur nicht da sondern sie vergleicht eigentlich nur die Anfrage mit ganz vielen Daten, die Sie schon von woanders kennen.

00:52:46: Sprich, es tut weh.

00:52:47: Aber ich kann's dir leider nicht erklären warum so ist außer mit der grundsätzlichen den grundsätzlichen Verlust in Medien, denen wir leider erleiden und Ich würde auch sagen das ist da leider auch eine Portialisierung gibt dass wenn ein Medium mal wirklich einen schlechten schlechten Artikel macht oder irgendwie einen schlechtem Nicht mal schlechten artikel macht aber vielleicht einfach ein artikel die halt schlecht ankommt in einer gewissen Szene Das hat dann gleichzeitig wieder die medien direkt waren Und das tut uns natürlich allen weh

00:53:17: Paul, wie könnte man Vertrauen aufbauen?

00:53:20: Also das ist ja wirklich ein extrem relevantes Thema um am Ende sozusagen auch den Erhalt der Medien mitzuschaffen.

00:53:31: Was siehst du daran selber?

00:53:33: also ich meine Du bist ja in dem Job da auch drin

00:53:36: Und

00:53:37: für dich ist natürlich ganz essentiell auch, dass Menschen weiter lesen.

00:53:41: Dass Menschen zu den Medien kommen und wieder Vertrauen haben.

00:53:45: Wie kann man das deiner Meinung

00:53:46: nach stärken?

00:53:49: Extrem schwierig zur Zeit, weil im Endeffekt wenn ich jetzt eben mal auf den politischen Trend gehen will.

00:53:55: Wenn wir Akteure wie die AfD haben, die eben grundsätzlich dann wirklich mittlerweile auch eine Volkspartei geworden ist, sprich in manchen Bundesländern dreißig und manchen vierzig Prozent selbst wenn sie nur fünf zu zwanzig Prozent haben es immer noch mindestens ein fünftel der Bevölkerung, die dann wirklich dran glaubt dass das einem suggeriert wird von denjenigen, von der AfD, von denen man glaubt.

00:54:18: Dass sie einem jetzt wieder was besseres geben, was ja noch ein rein politisches Thema ist.

00:54:22: aber die AfD schafft es dann eben auch die Menschen davon zu überzeugen, dass sie sich nicht mehr in den klassischen Medien informieren können weil sie da nur noch diese eine Richtung geschrieben bekommen, die weg von der AfD weisen soll.

00:54:35: Und das würde ich auch gar nicht sagen, dass es nicht auch passiert, dass einfach die klassischen Medien natürlich oder was jetzt natürlich aber durchaus auch mal regelmäßig eben vielleicht kritisch der AfD gegenüberstehen.

00:54:46: und Gottes Willen ist ja auch unsere Aufgabe, dass wir auch falsche Fakten oder falsche Darstellungen einordnen um wieder zum Einordern zurückzukommen.

00:54:54: Aber es ist halt ganz schwierig weil die Menschen im Endeffekt dann dieser Partei oder dieser Gruppierung wenn wir jetzt nicht nur bei der AfD bleiben wollen diesen Gruppierungen noch viel mehr vertrauen als sie den Medien je vertraut haben.

00:55:05: Und wenn dann diese Gruppierung sagen, diese Medien die müssen ja eh nicht mehr lesen weil wir haben unsere eigenen Medien das eben auch der Punkt der dann auch wehtut Dann kannst du dagegen eigentlich fast gar nicht mehr ankommen.

00:55:18: Du kannst dann natürlich mit AfD-Politikern beispielsweise reden, du kannst ein Interview mit denen machen.

00:55:24: Aber die Menschen werden dann trotzdem denken selbst wenn ich nur einen Interview mit demjenigen mache so ja der redet schon wieder nur dagegen wieso ordnet er das direkt in die andere Richtung?

00:55:34: Einer wohl vielleicht einfach faktisch falsch war und genauso da nochmal ich glaube nicht mal dass die menschen generell eben kein Interesse an Nachrichten oder Medien haben weil es geben auch eben die Befragungen gar nicht her.

00:55:45: aber die Menschen gehen dann eben zu den Partei empfohlenen Medien.

00:55:49: und wenn die AfD dann eben sagt, ihr müsst nicht zum öffentlich-rechtlichen gehen.

00:55:54: Ihr müsst nicht zu den klassischen Medien zur FAZ gehen, zur Süddeutschen, zur Augsburger Allgemeinen wie auch immer sondern lehst doch vielleicht hier auf News unsere Artikel, weil da machen wir den echten Journalismus.

00:56:05: Da machen wir das was die Lügenpresse nicht macht dann können wir dagegen eigentlich fast nicht mehr ankommen, denn dann wird es eben ein politisches Problem.

00:56:12: Weil wie gesagt noch mal auf die Grund-Tese zurückzukommen wenn die Menschen diesen Gruppierungen mehr vertrauen als sie uns je vertraut haben oder als Sie uns einfach vertrauen können, weil ihnen einfach das Politische dann wichtiger ist Dann können wir gegen dieses Vertrauen was die Menschen in die Gruppierung setzen gar nicht mehr ankommen mit guten Artikeln, die vielleicht über die Menschen auch inhaltlich interessieren würden.

00:56:35: Aber trotzdem wird dieses Vertrauen einfach zur Zeit nicht mehr verschoben werden?

00:56:42: Wie gesagt ist es ein ganz politisches Problem geworden.

00:56:46: Ich würde also aus dem was du jetzt gesagt hast sich tatsächlich nochmal eine Frage mit ergeben und ich wollte das tatsächlich eigentlich gar nicht beleuchten.

00:56:56: Es gibt aber solche Formate wie tatsächlich Ben Anscripted, die Jahranmillionen Publikum erreichen und geframed sind mit.

00:57:09: man lässt Menschen zu Wort kommen.

00:57:11: Man lässt Menschen reden.

00:57:15: Wie sehr ist es tatsächlich auch was worüber man nachdenken muss?

00:57:20: Solche Formate selber ins Leben zu rufen und da vielleicht dann einfach mit Fragen noch mal, also Fragen einzubinden stärker.

00:57:31: Also es ist ja nicht, dass er nicht fragt.

00:57:33: Es ist ja immer die Art wie gefragt wird und deswegen stellt sich mir solche Podcasts inzwischen, solche Reichweiten generieren.

00:57:45: Menschen so erreichen und abbilden endlich kriegen wir das was wir sozusagen wollen und man das Gefühl hat dass man plötzlich Menschen anders reden hört als in Zeitungen.

00:57:57: welche Gedanken machen sich Redaktionen heute dazu genau solche Formate auch zu adaptieren ohne dass sie selber nur journalistisch sind, sondern wirklich auch

00:58:12: dann

00:58:12: mit den Menschen so ins Gespräch gehen.

00:58:16: Ganz schwieriger Punkt, weil wie ich ja vorher schon erwähnt hatte die Einordnung ist mehr oder weniger der Mehrwert den wir noch bieten können.

00:58:23: Sprich wenn diese Einordnung dann wegfällt, stellt sich dann schon die Frage wo ist das Ganze auch wirklich noch Journalismus?

00:58:30: War gerade bei Bender & Scripted eine große Debatte.

00:58:33: Ist Ben ein Journalist oder nicht?

00:58:35: Er sagt selber er ist kein Journalist.

00:58:38: Landesbehörden haben teilweise gesagt dass die Entscheidung dafür gar nicht mehr treffen mit der Reichweite die er hat erst dann automatisch Journalists.

00:58:45: auch wieder eine Debatte.

00:58:47: Das

00:58:47: Unternehmen ist ja auch so registriert?

00:58:50: Genau, es ist ein bisschen andere Debatte aber trotzdem in die Richtung hin zum Thema Menschen reden lassen bzw einfach mal einladen zu reden.

00:59:03: ich finde es schwierig weil Also es gibt ja so Format, sowohl auch übrigens lokaljournalistisch haben wir auch im Zug auf die Kommunalwahlen zum Beispiel als Zeitung veranstalten.

00:59:16: Wir da auch als Lokalzeitungen so Rede praktisch rede runden dann wo auch teilweise wenn sie eben politisch relevant sind dann eben zb auch AfD-Politiker genauso wie Linkenpolitiker oder sogar von die Partei auch Politiker dabei die vielleicht einfach einen anderen rhetorischen Zugang auch zur Politik haben.

00:59:35: Aber was man eben dann ganz oft merkt, das war ja auch eine Debatte, die ganz oft schon in den öffentlich-rechtlichen geführt wurde, wenn man diese eher populistischen Politiker, die es genauso links wie rechts gibt und mittlerweile auch in der Mitte ist mehr ne rhetorische Art, wie ich Politik mache, dass sich sagt wird, das ist jetzt ein populistischer Redebeitrag als wirklich eine genaue Gruppierung von links, mittel oder rechts.

01:00:00: im Fernsehen einfach nur den Effekt haben, dass sie gut ankommen weil unser Gehirn darauf anspricht.

01:00:05: und egal welche Einordnung wir als Medien dann danach bringen.

01:00:09: Egal ob wir noch einen Faktencheck danach machen bei den Menschen ist der Redebeitrag das was übrig bleibt nicht unsere Fakte checkt nicht unserer Einordnung.

01:00:17: Dann stellen wir uns halt die Frage so können wir unsere Arbeit so überhaupt seriös machen, wenn wir wissen dass wir mit unserer Veröffentlichung egal ob das jetzt eben eine Video-Veröffentlichungen im Fernsehen ist von der Talkshow oder von irgendwie einem Format wo eben dann viel geredet wird auch zum Beispiel auch von rhetorisch eher populistischeren Politikern.

01:00:39: Wenn eigentlich wir wissen, dass bei den Menschen da nur dieser Redebeitrag und diese starken Formulierungen im Gehirn hängen bleiben weil unser Gehirne einfach so funktioniert aber eben nicht unsere Einordnung unserer Faktencheck, unsere Nachberichterstattung.

01:00:53: Ob die Synthesen überhaupt tragfähig sind?

01:00:55: Und das ist dann eben genau die Frage, die man sich stellen muss.

01:00:57: im Endeffekt Ja kann man Das verantworten den Unsere Plattform als Medien Menschen zu geben wo wir wissen dass sie einfach populistisch rhetorisch so gut geschult sind Dass wir Sie gar nicht mehr einordnen können das ist eigentlich die frage.

01:01:17: das würde aber bedeuten dass man dass man sich dem ja so auch nicht stellen mag, wenn man nicht einordnet.

01:01:24: Und ich würde es gar nicht meist einordnen bezeichnen, sondern es geht eher darum, wie fragt man nach?

01:01:29: Also, wenn Dinge ausgesprochen werden und auf Fragen können in dem Moment einordnend, wenn sozusagen nicht eine Antwort ausreichend ist oder man sie sozusagen in diesem Raum nicht stehen lassen möchte – Wie schätzt du das ein?

01:01:45: Weil das würde ich eigentlich als essentiell sehen!

01:01:48: Absolut, ja.

01:01:50: Ist ja auch wieder so ein Punkt wenn man sich jetzt zum Beispiel eben das Höcke-Interview von Ben on Scripted anschaut dass er ja eben klar erstellt Fragen aber er fragt nicht nach, er hat nicht nach ist natürlich genau das was da gefehlt hat und warum eben der Herr Höcke sich da sowohl gefühlt hat weil er einfach zwei Stunden lang einfach reden konnte und reden kann er bei allem Respekt.

01:02:15: Und genau das ist jetzt aber der Punkt.

01:02:18: Ich sehe auch ganz oft Interviews zum Beispiel in öffentlich-rechtlichen Medien, die sich ja mittlerweile auch dafür entschieden haben dass es wichtig ist eben auch die zum Beispiel AfD Stimmen reinzunehmen in die Berichterstattung wo ich mir dann auch denke dieses Interview macht mir gar keinen Spaß anzugucken weil eben der AfD Politiker erzählt eben das was er erzählen will und der öffentlich-rechtliche Journalist ist eigentlich nur die ganze Zeit damit beschäftigt, diese Aussagen wo du gar nicht hinterherkommst teilweise dann wieder nachzuhaken zu checken im Kopf dann kritisch nachzufragen.

01:02:50: Und ich finde es wirkt dann einfach gar nicht mehr auch wie ein Gespräch miteinander so einfach nur wie du merkst das ist so einen Krieg gegeneinander.

01:02:56: der eine will seine eigene Meinung gerade durchsetzen und der andere is eigentlich nur bemüht dass er eben auch seiner journalistischen Sorgfaltpflicht nach kommt.

01:03:06: aber es wirkt dann gar nicht mehr wie ein Gesprächsbrief.

01:03:10: Es ist gerade sinnvoll, dass für diesen Beitrag schalten, wenn eigentlich der eine trotzdem das sagen kann was er will und es auch auf mich zum Beispiel, wenn ich mir jetzt denke, ich denke mir selber so ja irgendwie kommt auf mich rüber als ob dieser Journalist nur gegen den Gesprächspartner arbeiten muss.

01:03:30: Das schafft ja dann auch ein komisches Verhältnis, wenn ich mir denke so gut.

01:03:34: Ich lade den einen zu einem Gespräch aber eigentlich sehe ich zum Beispiel als AfD-Wähler würde ich mir denken so natürlich stellt der öffentlich rechtliche Journalist wieder nur kritische Nachfragen bei meinem Kandidaten die er bei den anderen vielleicht nicht so deutlich stellt.

01:03:48: und als Journalist denke ich mir dann aber wieder Ja oh mein Gott!

01:03:51: Ich seh wie meine Kollegin da im Fernsehen sitzt und gar nicht mehr hinterher kommt eigentlich die Sachen einzuordnen die faktisch falsch sind Tatsächlich eine Beobachtung, die ich jetzt schon ein paar Mal hatte gerade im Wahlkampfzeiten.

01:04:03: Das Ganze hat dir tatsächlich auch einen Namen das heißt Pandolinis Gesetz.

01:04:06: also es geht im Prozess darum dass Unsinn halt praktisch schnell erfunden ist und die Richtigstellung einfach viel mehr Zeit erfordert.

01:04:12: vielmehr beweisen vielmeher Erklärungen.

01:04:14: trotzdem würde mich da interessieren was würdest du den jungen Menschen zum Abschluss raten wenn sie in eine solche Situation kommen?

01:04:20: wie sollten Sie damit umgehen?

01:04:25: Sagen wir nochmal genau die Situation die die meins der Situation dass sie so ein Gespräch beobachten oder

01:04:30: wenn sie selber in so einem Gespräch feststecken.

01:04:32: Also nehmen wir mal an, man ist irgendwo, weil man wird angesprochen von einer Politikerin irgendeinen Wahlschirm stellt und solche Sachen kommen auf.

01:04:39: wie sollte man am besten damit umgehen mit solchen Falschmeldungen oder falschen Tatsachen überhauptung?

01:04:46: Gut also grundsätzlich komme ich gerne zu meinen Hashtags zurück das man auf jeden Fall immer neugierig und auch zuhörend bleiben sollte Auch für junge Menschen natürlich ganz wichtig, auch einfach mal ein Berührung damit zu kommen.

01:04:57: Was gibt es denn so in der Welt?

01:04:59: Egal ob das die politische Welt ist oder ganz andere Aspekte, die für einen jungen Menschen vielleicht viel relevant sind als Politik.

01:05:06: Und dann bleibt im Endeffekt nur das, was wir natürlich auch zum Beispiel wenn wir eben als Voluntäre dann Thema Medienkompetenz in Schulen promoten.

01:05:16: Das ist einfach.

01:05:17: darum geht es sich möglichst verschiedene Stimmen anzuhören und dann eben auch diese verschiedenen Quellen im Kopf zu haben und so wissen.

01:05:23: okay der eine Akteur der mich anspricht auf dem Marktplatz der sagt dass und das und begründet das so und so und der andere sagt aber vielleicht etwas ganz anderes verschiedenen Stimmen, mich dann eben auch höre als junger Mensch.

01:05:38: So mehr verstehe ich dann vielleicht auch irgendwann mal wenn ich es über eine gewisse Zeit drüber mache warum jetzt dieser eine Politiker oder diese eine Gruppierung jetzt dieses Thema So und so aufgreift, die andere Gruppierung ist aber so und so aufgegriffen.

01:05:54: Und beide Gruppierungen eigentlich nur auch ihrer eigenen, ihren eigenen Interessen irgendwie danach kommen was sie ja auch müssen.

01:06:03: also ich will ja kein Politiker jetzt dafür dafür irgendwie angreiten dass er versucht eben für seine Politik einzustehen um dafür auch Werbung zu machen und sich damit auch abzugrenzen von anderen.

01:06:13: Aber eben dieses allen Zuhören um irgendwann eben dieses Verständnis um wieder zu diesem Wort Awareness zurückzukommen warum es diese verschiedenen Blickwinkel auf Themen gibt.

01:06:23: Das ist halt das Wichtige,

01:06:24: d.h.,

01:06:24: ich würde jungen Menschen immer raten, möglichst vielen Menschen zuzuhören und dann auch mich darüber zu informieren was sind das für Menschen?

01:06:31: Da reicht eine ganz kurze Google-Suche wenn nicht den Namen weiße finde ich auch grundsätzlich eigentlich schon die wichtigsten Punkte heraus, was diesen Menschen im Leben treibt, was er arbeitet, was ihm politisch motiviert und was er bisher schon so gemacht hat.

01:06:44: Wenn ich das damit kombiniere ,was sich aus dem Zuhören noch weiß wie berühren, was ich mir noch merke aus dem Gespräch.

01:06:52: Und das dann kombinier mit den anderen Punkten die von anderen Gesprächspartner hören und da genauso guckt, was sind das für Menschen?

01:06:58: Dann kann glaube ich mein Gehirn erst anfangen so richtig diese Awareness aufzubauen warum welche Art von Redepunkten oder von Themen einfach gesetzt werden von bestimmten Gruppierungen weil im Endeffekt sind wir alle anders als Menschen und vertreten auch meistens unsere eigenen Interessen und deshalb ist es umso wichtiger eben dass wir möglichst früh lernen, diese eigene Meinung auch zu bilden.

01:07:21: Weil genau das sollen Medien ja machen.

01:07:23: Die Medien sollen die eben nicht durch eine Einordnung deine Meinung vorschreiben sondern dann sollen dich nur dazu anregen dir deine eigene Meinung zu bildern.

01:07:31: und genauso ist es eigentlich wenn ich auf dem Marktplatz damit verschiedenen Politikern rede.

01:07:36: sie sollen nicht dir deine Politik vor schreiben sondern sie sollen dir dabei helfen eine eigene Position zum Thema herauszufinden.

01:07:44: Dann bedanke uns recht herzliches beim unfassbar spannendes Gespräch.

01:07:48: Ich habe viel mitgenommen, ich glaube in Ihnen auch und damit verabschieden wir uns!

01:07:52: Danke war schön bei euch.

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