#95 Philipp Keßler bei der #lunchbox
Shownotes
Mein Gast ist heute Philipp Keßler. Er ist seit Februar 2024 Chefredakteur der Mediengruppe Offenbach-Post und in dieser Funktion für zwei Tages-, eine Wochen- sowie mehr als 20 Anzeigenzeitungen verantwortlich. Der 34-Jährige ist in Gießen geboren und in einem Stadtteil von Allendorf (Lumda) zwischen Gießen und Marburg aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte Philipp Geschichte, Politik und Soziologie sowie Sozialwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität in Gießen im Bachelor sowie Internationale Studien/Friedens- und Konfliktforschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der TU Darmstadt im Master. Bereits seit seinem 15. Lebensjahr arbeitet er für Lokalzeitungen, zunächst als Praktikant und Feier Mitarbeiter für die Gießener und die Alsfelder Allgemeine Zeitung, in deren Verlag Philipp nach dem Studium volontierte und anschließend als Redakteur für die Wetterauer Zeitung und als Redaktionsleiter für den Usinger Anzeiger angestellt war. Nach einer kurzen Stippvisite bei der Taunus-Zeitung folgte Mitte 2022 der Wechsel zur Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als stellvertretender Chefredakteur, seit gut zwei Jahren nun als Chefredakteur. Philipp ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Wehrheim im Taunus.
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DigitalSchoolStory befähigt seit 2020 Schüler:innen der Klassen 5 bis 13 sowie Studierende, Lerninhalte kreativ in Kurzvideos à la TikTok oder Reels umzusetzen. Die Methode vermittelt Medienkompetenz, stärkt 4K+ Kompetenzen (Kommunikation, Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration) und fördert demokratische Teilhabe und Ausdrucksfähigkeit. Eingesetzt wird die Lernmethode an Schulen, Berufsschulen und Hochschulen. Sie wurde vom Fraunhofer-Institut FIT wissenschaftlich evaluiert. Für ihr Wirken wurde die Organisation 2023 mit dem Corporate Digital Responsibility Award ausgezeichnet und zählt zu den Bundespreisträgern des startsocial-Wettbewerbs 2023/24. Die Schirmherrschaft teilen sich seit 2025 Dr. Fabian Mehring, Bayerischer Digitalminister, und Jutta Croll, Vorstand der Stiftung Digitale Chancen und renommierte Expertin für Kinderrechte im digitalen Raum. Gemeinsam stehen sie für die zentralen Wirkungsfelder von DigitalSchoolStory: digitale Bildung und Kinderrechte im digitalen Raum.
Seit unserem Start wachsen wir kontinuierlich. In unserem Unterstützer-Umfeld finden sich Fachleute aus der Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und ThinkTanks.
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- So geht Mathe mit DigitalSchoolStory: TikTok im Matheunterricht
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- Die Lernmethode DigitalSchoolStory ist wissenschaftlich evaluiert:
- Fraunhofer FIT entwickelt Fragebogen zur Messung von Bildungskompetenzen
- Lehrkräfte beobachten Kompetenzstärkung der Schüler:innen durch DigitalSchoolStory
- Warum wir für Unternehmen interessant sind
Das sind wir: www.digitalschoolstory.de
Unsere Preise: - Wir zählen zu den sieben Preisträgern des startsocial-Bundeswettbewerbs 2023/24 und erlebt Bilder und Eindrücke an dem Tag in der Hessenschau (ab 10''02)
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Unsere Musik: "Gutes Gefühl" von Fargo
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00:00:02: Ich freue mich.
00:00:02: Es ist wieder Lunchbox-Zeit und ich habe heute einen Chefredakteur mit im Gespräch, nämlich Philipp Kessler, Chefredaktor der Offenbach Posts.
00:00:11: Und ich freue mich sehr dass du hier bist und lass uns doch wie gewohnt rein starten, nämlich welche drei Hashtags würden dich persönlich am besten beschreiben?
00:00:22: Ja gutmorgen liebe Nina!
00:00:23: Vielen Dank für die Einladung.
00:00:24: erstmal.
00:00:25: Guten Morgen an alle, die uns sehen und hören.
00:00:29: wir ja sprechen heute über meine drei Hashtags, die sind einerseits Lokaljournalismus.
00:00:34: Denn das ist es was ich Tag für Tag seit fast zwanzig Jahren mache.
00:00:39: Der andere Hashtag der mir wichtig ist ist taunusliebe denn ich wohne und lebe im Taunus seit einigen Jahren und Liebe ist tatsächlich hier zu leben.
00:00:48: und der dritte Hashtage ist Empathie.
00:00:51: Das ist etwas was mir in unserer Gesellschaft zunehmend kurz kommt Sowohl im Job als auch im privaten, manchmal vermisse.
00:01:03: Spannende Hashtags und lass uns doch vielleicht mit dem ersten mit einsteigen.
00:01:09: Taunus-Liebe hast du da schon immer gewohnt oder bist du da irgendwann hingezogen in den Taunust?
00:01:14: Weil Du gesagt hast, Du willst da unbedingt hin!
00:01:16: Naja ich bin eher sozusagen eine Notwendigkeit.
00:01:20: also ich komme gebürtig aus Gießen, bin im Gießen der Umland zwischen Gießen und Marburg aufgewachsen.
00:01:26: Meine Frau, damals noch Freundin kommt aus Großenbuseck auch im Kreis Gießen.
00:01:32: Wir sind in Gießen gemeinsam zur Schule gegangen und haben uns da kennengelernt.
00:01:35: Und nach dem Studium oder während des Studiums in Giesen gelebt zusammen schon.
00:01:42: Dann hat sie ihren ersten Job, bei dem sie heute noch arbeitet, das zehn Jahre Treue zum Arbeitgeber, in Taunusstein bekommen.
00:01:51: Das war von Gießen einfach viel zu weit zum Pendeln ... Und weil ich damals schon in Gießen und Bad Neum im Wechsel gearbeitet habe, haben wir uns was gesucht.
00:01:59: Was irgendwie fahrtechnisch in der Mitte war.
00:02:01: und dann sind wir in den wundervollen Stadtteilen Merzhausen das gehört zu Usingen gezogen.
00:02:07: Haben am Waldrand gelebt ganz idyllisch und ja haben den Taunus kennen und lieben gelernt, der einfach eine super Kombination ist aus viel Natur, viel Wald viele Berge.
00:02:18: man kann wandern Fahrrad fahren einfach raus gehen schnell und sich mal irgendwie ein paar Minuten ruhig gönnen.
00:02:27: Und andererseits hat man eine super Infrastruktur, man ist gut angebunden, man geht schnell in Frankfurt, schnell in Gießen bei unserer Familie also von daher genau es das für uns der Place to be.
00:02:39: und vor ein paar Jahren sind wir dann nach Wehrheim gezogen haben uns hier ein kleines Reinhäuschen gekauft um das von Grund auf renoviert und dass jetzt sozusagen unsere Homebase.
00:02:50: Ruhe, das ist wahrscheinlich auch das was man gerne zwischendurch auf einmal hat.
00:02:54: Denn Journalismus ist hier alles andere als Ruhe sondern hat ja ganz schön viel Dynamik und wahrscheinlich auch Veränderungen mitgebracht.
00:03:01: Wann hast du eigentlich so den ersten Moment gehabt dass du gesagt hast ich will Journalist werden?
00:03:07: Tja... Das ist ein bisschen schwierig zu sagen glaube ich.
00:03:12: Ich bin ja sehr sehr Also einerseits gewöhnlich, andererseits aber auch ungewöhnlich in den Journalismus gekommen.
00:03:17: Und zwar in der achten Klasse mussten wir ein Betriebspraktikum machen ganz klassisch zwei Wochen und so weiter.
00:03:23: So und ich fand schon immer polizeikool und wollte gerne zur Polizei und die haben gesagt du musst sechzehn sein mindestens um bei uns ein Praktikum zu malen.
00:03:31: So dann war das zweite.
00:03:35: Ich habe für mein Leben gerne.
00:03:37: heute komme ich leider nicht mehr so oft dazu Aber früher habe ich für meinen leben gerne gelesen ganz ganz viel.
00:03:44: Dann wollte ich, habe gedacht Mensch lesen Bücher das doch genau dein Ding machst ein Praktikum in der Buchhandlung.
00:03:50: Das hat aber auch nicht geklappt und Ich hab während der Zeit Fußball gespielt Und habe auch schon immer die Spielberichte für unsere Mannschaft geschrieben Für unser gemeinde Blättchen sozusagen.
00:04:01: Die musste man immer bis montags morgens um zehn in die redaktion geschickt haben.
00:04:04: dass habe ich Montags morgens beim frühstücken gemacht Habe ich meine berichte auf dem laptop geschrieben eine mutter hatte noch mal korrektur gelesen und dann habe ich sie weggeschickt so Und dann sagte meine Mutter oder mein Vater, ich weiß gar nicht mehr genau.
00:04:17: Also jemand von meinen Eltern sagte mir Mensch du schreibst doch die Berichte, dann probierst du einfach mal bei der Zeitung.
00:04:22: und das habe ich gemacht.
00:04:24: und dann war ich zwei Wochen in der Sportredaktion von der Gießener allgemeinen Zeitung weil das unsere Heimatzeitung war.
00:04:31: Das hat mir unheimlich viel Spaß gemacht und mein Chef damals, der heute noch Sportschef in Gießen ist, Du hast irgendwie einen Talent, du hast eine schnelle Auffassungsgabe.
00:04:42: Du kannst gut
00:04:43: schreiben.".
00:04:44: Ich ruf dich, gib mir mal deine Telefonnummer und wenn es Arbeit gibt, rufe ich dich an.
00:04:49: Damals gab's auch noch nicht so viele Handys also das war noch die Festnetz-Nummer.
00:04:53: Und zwei, drei Wochen später klingelte das Telefon.
00:04:56: Meine Mutter ist natürlich rangegangen weil Festnetze... Mein Chef war dran und hat gesagt Mensch hier uns fehlt am Sonntag einer kannst du nicht nach Gießen kommen und arbeiten weil wir wirklich im allerletzten Dorf des Kreises gewohnt haben und Sonntags war die Busverbindung wirklich schwierig, hat mein Vater mich tatsächlich nach Gießen gefahren.
00:05:14: Ich habe dann ein Sonntagssdienst gemacht und dann hatte er mich abends wieder abgeholt.
00:05:18: Und ich glaube das war der Moment wo ich gesagt hab Das war so cool!
00:05:22: Das will ich einfach immer machen.
00:05:24: also dieser sonntags Redaktionsdienst mit den Kollegen da zusammen aktuell was machen und ich meine, ich habe damals die B-Liga gemacht.
00:05:32: Das war jetzt journalistisch vielleicht auch nicht das allergrößte aber für mich war es in dem Moment das größte weil man sofort sieht was man gemacht hat.
00:05:39: Man hatte ein Ergebnis, man hat am nächsten Tag ein direktes Feedback von den Lesern, von den Kollegen.
00:05:44: und ja und es ist einfach eine unheimlich spannende Atmosphäre in so einer Spätdienst oder Sonntagsdienstsituation zu arbeiten weil man natürlich auch den Druck hat irgendwann fertig werden zu müssen
00:05:59: Kann ich mir total gut vorstellen.
00:06:01: und auch das Bild, dass du irgendwie jetzt so gezeichnet hast ist ja schon sehr spannend.
00:06:05: Und auch ungewöhnlich weil wenn man gerade so jung ist und dann mit Verantwortung plötzlich kriegt und übernehmen darf und damit auch Wirksamkeit spürt verändert es tatsächlich auch so ein Stück weit.
00:06:19: Eindrücklich finde ich tatsächlich, es gibt ja viele Jugendliche auch die Journalismus schon gut finden aber dann natürlich irgendwie so zu den großen Playern irgendwie gleich tendieren.
00:06:28: Irgendwie zur Zeit oder zum Handelsblatt oder zur FAZ.
00:06:33: Warum lokal Journalismus also von Anfang an?
00:06:36: Also warum war das was wo du gesagt hast Das prägt mich, das finde ich total cool und da will ich auch bleiben.
00:06:44: Denn das was ihr sozusagen darauf bei der Offenbach Post jetzt habt ist ja tatsächlich auch ganz viel lokal.
00:06:50: Warum ist es so relevant für dich?
00:06:52: Also ich sag mal als junger Mensch war's natürlich erstmal so dass es naheliegend war.
00:06:58: Es war irgendwie um die Ecke, es war gut zu erreichen.
00:07:01: Ich habe nicht die Welt verdient aber ich hab mir meine Schulzeit in meinem Studium damit gut finanzieren können.
00:07:07: Und das ist auch was, was ich sozusagen wenn ich in Schulen bin oder bei Studenten an Unis oder so immer wieder sage.
00:07:15: Klar kann man davon träumen irgendwann Auslandskorrespondent vom Spiegel zu sein oder von der FHZ oder sonst irgendwas aber die wenigsten fangen da an.
00:07:23: sondern der Lokaljournalismus das ist häufig die Basis es ist die Basi.
00:07:29: deshalb weil man wie du richtig sagst Verantwortung übernimm.
00:07:32: Also ich habe dann relativ kurz nach meinen ersten Artikeln, hab' ich dann wirklich die Klasse komplett übernommen!
00:07:38: Das hieß dann also... Ich musste mich darum kümmern dass jeden Freitag eine Vorschau im Blatt war, dass Sonntags alle Spiele eintelefoniert waren, das die Montags da waren, dass die Sonntagabend bis zu einer gewissen Uhrzeit ja bei der Redaktion waren und dass ich sozusagen auch für die Kolleginnen und Kollegen wusste welche Spiele sind unter der Woche?
00:07:58: Wer ist da der
00:07:59: Ansprechpartner?!
00:08:00: Und ja, wie kriegen wir das irgendwie jetzt platt?
00:08:05: Also
00:08:05: d.h.,
00:08:05: dass ist wirklich Verantwortung und die kriegt man bei lokalen Blättern viel eher weil sie natürlich nicht so ein Riesen-Redaktionsapparat mit so vielen verschiedenen Ebenen dazwischen haben.
00:08:16: also nehmen wir auch mal die Offenbach Post.
00:08:17: Bei uns gibt es Redakteure dann haben wir vier Redaktionsleiter und ihre Stellvertreter und dann kommt ich als Chefredakteur Punkt!
00:08:24: Das war's!
00:08:27: D.h.
00:08:27: es ist überhaupt kein Ding mit dem Chefredakteur mal einen Text durchzugehen.
00:08:31: Es ist überhaupt kein Ding, alleine ein Text zu schreiben, alleine auf den Termin zu gehen oder sonst irgendwas und es ist auch kein Ding.
00:08:39: das war dann in meinem Volontariat in Gießen auch so.
00:08:42: da haben wir gerade angefangen die Online-Redaktion aufzubauen.
00:08:44: Das war ein Redakteur und ein Volontär In dem Fall dann grade ich Und wenn der Redakteuer nicht da war, war der Volontäre nämlich Ich bei den Ressortleiderrunden dabei weil irgendeiner muss sehr online machen und diese Flachenhierarchien sind etwas, was unheimlich lehrreich ist.
00:09:01: Weil ich natürlich sofort mit den Ebenen in Verbindung komme, in denen die Entscheidung getroffen werde und das kann ich mir... Da bin ich erst mal Mitglied, was mithreden kann.
00:09:09: Das ist ja schon einmal sehr empowernd sozusagen.
00:09:12: Und andererseits lerne auch ganz viel darüber wie andere Menschen Führungskräfte sich da bewegen.
00:09:19: Ich glaube, da habe ich für mich sehr viel mitgenommen, wo ich sage heute sage so und so willst du es machen?
00:09:25: So und so willst du es nicht machen als Chef!
00:09:28: Das hat ja auch eine ganze Menge mit Vertrauen und Zutrauen tatsächlich tun, dass man gehabt hat in Dich.
00:09:35: In der Zeit dich da reinzulassen kann man sagen Ja, da fehlen vielleicht Leute aber trotzdem ist es ja schon eine gewisse Art von Verantwortung und auch Vertrauen was da sozusagen die entgegen gebracht wurde.
00:09:48: Wer das heute jetzt genauso wenn da jetzt jemand um die Ecke kommen würde und würde sagen bei der Offenbach Post Ich würde gerne mit rein schnuppern, würde gerne was tun.
00:09:58: Hättet ihr heute auch so die Möglichkeiten?
00:10:01: Weil du das selber so erlebt hast?
00:10:02: oder gibt es da immer noch heute ein bisschen mehr Hürden?
00:10:06: Nö also ich glaube eher dass die Hürde weniger werden sogar.
00:10:09: Also der Journalismus klar sucht ja schon Leute, er sucht gute und junge Leute ein gewisses Engagement mitbringen, eine gewisse Offenheit und auch eine gewissen Leidenschaft dafür.
00:10:23: Also ich muss einfach richtig Bock haben so ne?
00:10:25: Und wenn ich das habe dann stehen mir eigentlich alle Türen offen.
00:10:29: also ich kann vielleicht aus jüngerer Vergangenheit zwei drei Beispiele bringen.
00:10:33: Ich hab jemanden der jetzt gerade erst vor einer Woche angefangen hat mit seinem Volontariat und Das ist eine junge Frau aus Ofenbach die mir einfach unvermittelt, ohne dass wir uns kannten eines Tages eine Mail geschrieben hat und da stand drin.
00:10:53: hey ich bin die und die.
00:10:55: Ich komme aus Offenbach.
00:10:56: Ich mache gerade ein Praktikum in München und in dem Praktikum habe ich jetzt also ich hab abends hier in Müncheln meiner WG habe ich mir die Haftbefehldoku angeguckt auf Netflix, die ja sehr populär war.
00:11:09: Ich bin in Offenbach aufgewachsen und Haftverfehl auch.
00:11:11: Und wir sind nicht so viele Jahre auseinander, und ich habe mir mal meine Gedanken drüber gemacht und hab mein Essay geschrieben.
00:11:16: Könnt ihr ja immer drauf gucken wie ihr das so findet?
00:11:18: Wenn es cool findet könnt ihr's auch veröffentlichen!
00:11:22: Also das war so... Wir kannten uns gar nicht.
00:11:23: Das war einfach von ihren Impuls.
00:11:25: Der Essay war viel zu lang.
00:11:28: Den haben wir dann noch ein paar Mal gekürzt.
00:11:30: aber die Idee den Essay zu schreiben und der Ansatz, der war brillant So.
00:11:34: und dann haben wir den auch tatsächlich veröffentlicht, nachdem wir uns den zusammen bearbeitet haben.
00:11:39: Und als die Kollegin aus München von ihrem Praktikum bei einem großen Verlagshaus zurück war, habe ich sie eingeladen und da haben wir uns ein bisschen unterhalten.
00:11:50: und dann hab' ich sie gefragt Mensch du kannst irgendwie schreiben, du kommst hier aus der Region, du scheint es irgendwie Bock auf schreiben zu haben sonst hättest das sehr nett gemacht, willst du nicht mal ein paar Wochen hier mitmachen?
00:12:01: Ja, klar.
00:12:02: Kann ich machen so?
00:12:02: Ich weiß ja selber und die hat auch mal ein Studium fertig und wusste jetzt noch nicht richtig wohin mit sich.
00:12:08: Und nach drei, vier Wochen habe ich zu dir gesagt hier weiß du was, fangen wir einfach als Bolo bei uns an.
00:12:13: Dann hat sie irgendwie zwei, drei Tage drüber nachgedacht und dann hat sie unterschrieben.
00:12:17: also das heißt so schnell kann es gehen!
00:12:19: Jetzt als Volontärin ist natürlich eine Ausbildung klar aber sie ist trotzdem jetzt ein vollständiges Redaktionsmitglied.
00:12:25: und wenn sie jetzt eine Idee hat, dann ist die genauso viel wert wie die Idee von jemand anderem Wann,
00:12:32: also wie es gehen kann.
00:12:33: Also Aufruf da vielleicht doch einfach mutiger sein und auch machen und versuchen und dann tut sich was?
00:12:40: Genau!
00:12:40: Das ist sowieso etwas, was ich wirklich sagen kann.
00:12:45: Machen is wie wollen nur krasser dieser Sprache.
00:12:48: Den kennt man ja auf den ersten Beglacht mal so ein bisschen drüber.
00:12:51: aber es ist tatsächlich so.
00:12:55: Auch ich habe ja im Grunde genommen keine in der achten Klasse keine Mordjournalistische Ausspülung gehabt, sondern ich habe einfach angefangen und hab es gemacht so wie gedacht habe.
00:13:05: Und wenn ich eine Frage habe, habe ich halt gefragt.
00:13:08: Dann habe ich natürlich auch Feedback von den Kollegen gekriegt.
00:13:10: da bin ich sehr vielen dankbar und habe das aber in Teilen eingefordert.
00:13:16: Wenn's eben nicht kam wo ich gesagt habe hier kann mir noch mal einer sagen Wie fandet ihr jetzt den Text?
00:13:20: Was war gut was war schlecht?
00:13:21: und habt natürlich immer wieder verglichen Welchen Text habe ich hingeschickt, welcher Text wie ist er veröffentlicht worden?
00:13:26: Also was haben die Kollegen auch vielleicht verändert und das gehört natürlich auch dazu.
00:13:31: Und man macht natürlich auch mal Fehler klarer Fallen.
00:13:33: aber also es gibt ja viele Studiengänge, die sich mit Journalismus beschäftigen und Seminare und kreatives schreiben an den Unis und all diese Dinge Das kann man alles machen.
00:13:46: Ich will das gar nicht schlecht reden Aber am Ende zählt's auf dem Platz.
00:13:51: Ich kann nicht nur trainieren, sondern irgendwann muss ich mal auf den Platz gehen.
00:13:53: Und das ist halt häufig und ganz einfach die Lokalzeitung vor Ort wo ich hingehen kann, wo ich sagen kann hey!
00:14:00: Ich mache das und dass.
00:14:01: Ich würde gerne bei euch mitmachen.
00:14:02: was sind die Voraussetzungen?
00:14:05: Ich habe die und die Ideen.
00:14:07: habt ihr da auch Bock drauf usw.
00:14:09: Das ist häufig viel einfacher da reinzukommen als wenn ich jetzt im Spiegel eine Mail schreibe und sage Kann ich bei euch Mitmachen
00:14:17: Jetzt bist du ja da schon lange drin in dem Geschäft und jetzt auch relativ jung, auch für dich als Chefredakteur tatsächlich.
00:14:25: Das ist ja auch schon außergewöhnlich und schreibst ihr eigentlich dann schon über zwanzig Jahre?
00:14:32: Artikel, was ja schon eine irre lange Zeit ist.
00:14:36: und wenn du jetzt mal da drauf guckst.
00:14:37: Was hat sich tatsächlich in den zehn bis fünfzehn Jahren oder auch zwanzig jahren im Journalismus so verändert von dem wie du angefangen hast zu heute?
00:14:46: Was gibt es da so ein zwei drei Punkte wo du sagst das ist total auffallend dass das gar nicht mehr so ist?
00:14:55: Ja das sind das sind schon große Veränderungen.
00:14:58: also zum einen ist natürlich Das ist alles rund um das Thema Digitalisierung.
00:15:04: Als ich wirklich vor zwanzig Jahren angefangen habe, ja, das war zwei tausend sechs Ja, das Internet gab es auch schon aber es war ganz anders.
00:15:11: Es gab noch kein iPhone also das Smartphone war noch nicht erfunden das kam ein Jahr später und wenn dann hat's auch noch nicht sofort jeder gehabt so mobiles internet und sowas.
00:15:20: Das heißt also die Tageszeitung war schon noch wesentlich wichtiger für als Informationsquelle.
00:15:26: Das kann man einfach sagen, die Auflagen waren natürlich auch höher und so weiter.
00:15:30: also das ist so.
00:15:32: ein anderer Punkt ist Die Menschen waren auch weniger.
00:15:37: wie soll ich das sagen?
00:15:38: Weniger Scheu im Umgang mit Journalisten allgemein.
00:15:41: Ich will es jetzt gar nicht auf Tageszeitungsjournalisten begrenzen sondern Es war so, also in der Regel hat man sich gefreut, wenn ein Journalist vorbeigekommen ist und sich für einen interessiert hat.
00:15:50: Und man irgendwie was seine Geschichte erzählen konnte, da wurde noch ein Foto gemacht und dann war es gut.
00:15:55: Heute ist das sehr viel mit so Vorurteilen vielleicht das falsche Wort aber somit Ängsten behaftet dass man sagt jetzt positioniere ich mich so in der Öffentlichkeit und dann ist das vielleicht auch auf Social Media und vielleicht mit Foto.
00:16:10: Also da sind schon auch viele Ängste, weil man natürlich merkt dass das Internet und Social Media eben nicht nur ein Halsbringer war sondern eben auch Schattenseiten hat.
00:16:18: Und vor denen haben die Menschen inzwischen durchaus Respekt.
00:16:23: Das merkt man schon auch.
00:16:25: Gleichzeitig ist es so, dass die Verlage – und da will ich uns überhaupt nicht ausnehmen – eine ganze Zeit lang verpasst haben sich um jüngere Leserkruppen zu bemühen.
00:16:39: Und mit jüngeren Lesergruppen meine ich Leserkruppen, fünfzig und Jünger also ich mit nicht irgendwie fünfzehn bis zwanzig sondern wirklich fünftig und junger.
00:16:47: das Geschäftsmodell hat bis dahin sehr gut funktioniert aber heute funktioniert es eben so nicht mehr weil die Menschen viel mobiler geworden sind durch Jobs und andere Dinge.
00:16:57: man bleibt nicht mehr zu großen Teilen in seiner Heimat leben und abonniert dann die Lokalzeitung, wenn man sich eine eigene Immobilie finanziert oder in der Wohnung zieht.
00:17:07: Oder übernimmt vielleicht das Abo, wenn die Eltern immer nicht mehr sind.
00:17:11: Das ist heute nicht mehr selbstverständlich.
00:17:14: Und das andere ist auch diese kostenlos Mentalität aus dem Internet.
00:17:20: Auch das haben die Verlage verpasst da von vornherein Riegel davor zu schieben.
00:17:24: Also gibt ja durchaus diese Zitate Wer auch immer sie gesagt haben soll, dass Internet setzt sich nicht durch oder das ist nur ein Zeitgeist oder so irgendwas.
00:17:34: Da hat sich der eine oder andere böse getäuscht.
00:17:37: und die Tatsache, dass man sehr viele Jahre kontent kostenlos zur Verfügung gestellt hat hilft den Verlagen jetzt überhaupt nicht weil wenn sie dafür Geld verlangen, die Schwierigkeit haben.
00:17:51: Dass sie im Grunde genommen mit viel weniger finanzieller und menschlicher Ausstattung, die Sie vor zwanzig Jahren oder vor fünfzehn Jahren noch hatten trotzdem klarmachen müssen warum Ihr Produkt das Bessere ist im Vergleich zu irgendwas kostenlosen?
00:18:04: Und sei es die Pressemitteilung von der Kommune!
00:18:07: Das ist schwer und da kämpfen wir heute für.
00:18:12: Jetzt ist ja auch durch Social Media und Co.
00:18:14: die Geschwindigkeit und die Dynamik einfach noch völlig andere geworden.
00:18:19: Und auch dieses Thema Einordnung, jetzt sagst du ja schon es gibt da eine Pressemeldung, da schreibt dann sozusagen jemand was.
00:18:27: aber auch da gibt's ja nicht ne richtige Einordnung über die Pressemeldung sondern da sagt jemand wie er das so zu sagen selber sieht oder warum.
00:18:36: das gut Journalismus hat ja schon so eine Aufgabe, auch Dinge mit einzuorten.
00:18:42: Wie hat sich aber dieses Einordnen eigentlich verändert durch diese Geschwindigkeit?
00:18:48: Das ist eine große Gefahr.
00:18:50: Also die Gefahr durch sozusagen den Drang nach mehr Geschwindigkeiten nicht mehr richtig einzuordnen und nicht mehr wirklich nachzufragen, nicht nochmal einen Tag oder eine Stunde zu überlegen – die ist real!
00:19:06: Ich hab das Gefühl, dass diese Geschwindigkeit jetzt ein bisschen rausgeht wieder.
00:19:09: Also es war ja mal eine Zeit lang wo hieß Online First, Online First und Online First also wo die die online Redaktion dieser Republik Getriebene waren von irgendwelchen Ticker-Meldungen.
00:19:19: und wie auch immer jeder Unfall musste drei Minuten später sofort online sein am besten noch mit Bild von irgendeinem Leserreporter der gerade davor steht furchtbar Ja.
00:19:29: also gewisse Dinge Polizei, Unfälle wie auch immer, S-Bahnausfälle kann man sicherlich noch aktuell machen.
00:19:35: Gibt es heute aber auch ehrlicherweise genug andere Wege um sich darüber zu informieren?
00:19:40: Aber dieser in Anführungszeichen langsame Journalismus der ist ja der, der sowohl uns Geld kostet und Zeit, aber auch das Wert ist gelesen zu werden.
00:19:50: also so sagen hier ist ein Thema Das hat eine gesellschaftliche Relevanz Und ich erkläre dir jetzt auch umfassend warum.
00:19:57: oder hier ist ein neues Phänomen.
00:19:58: Ich habe mal aufgeschrieben, was es damit auf sich hat wie man damit umgeht.
00:20:02: also so einen Service Charakter dann als Artikel solche Dinge die sind eigentlich die, die wertvoll sind weil alles andere ist sage ich mal so ein Grundrauschen.
00:20:13: ja das machen wir auch noch in Teilen.
00:20:15: aber die Zeiten in denen wir jeden Blechschaden und jeden abgefahrenen Spiegel sofort online gestellt haben und jede Schlägerei vor einer Kneipe die sind wirklich rum.
00:20:25: wenn du Die ist anguckt, so hast du ja am Anfang gesagt.
00:20:28: Ja es ist mit den Zielgruppen und da gar nicht mal nur die Jungen aber es hat sicher tatsächlich auch in Sachen Vertrauen in Medien sehr viel verändert.
00:20:39: Gibt für dich selber einen Schnittpunkt oder einen Wendepunkt wo du das erste Mal wahrgenommen hast dass draußen Menschen Medien nicht mehr in der Form vertrauen wie das vielleicht vorher einfach klassisch der Fall war?
00:20:56: Das ist wahrscheinlich eine klassische Antwort, aber tatsächlich rund um Corona.
00:21:00: Das war glaube ich für einige in der Gesellschaft ein Wendepunkt.
00:21:07: Gleichwohl dass auch aus meiner Sicht eine sehr laute Minderheit ist und die Mehrheit dann doch schweigend wahr ist.
00:21:16: Also das ist ja immer das was man auch wo man ein bisschen aufpassen muss.
00:21:20: Auch
00:21:21: nehmen wir jetzt mal Hashtags die Trenden auf X oder irgendwelche Trends auf Instagram, wo man heutzutage sehr aufpassen muss.
00:21:30: Ist das jetzt wirklich ein Trend?
00:21:32: Oder ist es nicht irgendwie eine Kampagne, die von irgendwelchen russischen Trollfabriken, nordkoreanischen Bots oder irgendwelschen KI generierte Müll aus sonstwo her angefeuert werden?
00:21:44: Also sind da wirklich echte Menschen, die alle sich zusammen rotten und derselben Meinung sind?
00:21:50: Antwort in aller Regel nein.
00:21:53: Das sehen wir dann, wenn zu irgendwelchen Demonstrationen aufgerufen wird und keiner hingeht.
00:21:57: Wo man einfach sieht ein Bot kann da halt nicht hingehen.
00:22:01: Nichtsdestotrotz haben wir als Gesellschaft in Corona ein paar Prozentpunkte verloren an Menschen einfach die bei drei, vier und achtzig Millionen Einwohnern sind es nicht wenige Leute, die das Vertrauen in den Staat und stückweit auch in die Medien verloren haben dann so aller Donald Trump-mäßig auf alternative Fakten setzen und so weiter.
00:22:24: Und das ist ja mitunter nicht ungefährlich, ne?
00:22:26: Weil da kommen diese Filterblasen und dann kommen in so seckend ähnliche Zustände die sehr gefährlich sind auch insgesamt.
00:22:36: Nichtsdestotrotz wissen wir ja durch Medienstudien, dass Lokalzeitungen nach wie vor das höchste Vertrauen aller Medien genießen.
00:22:44: Also der Ja Wir haben auch ein paar Prozentpunkte verloren aber längst nicht im selben Umfang Wie soziale Medien wieder öffentlich rechtliche Rundfunk Der auch gelitten hat und auch teilweise wie private Medien sondern die Lokal Zeitung sind schon Die den man in der Regel vertraut weil man weiß dass die vor Ort sind, dass die in irgendeiner Form in der Nähe sind da sind und eben in dem Gebiet wo sie verbreitet sind auch ihre Geschäfte machen.
00:23:13: Philipp wenn du jetzt gerade das so sagst warum ist dann Lokaljournalismus auch wirklich essentiell und ein besonderer Teil der Demokratie heute?
00:23:23: Ja weil ich sehr dran glaube dass Demokratie von unten entsteht.
00:23:27: also was ist in der Demokraties wichtig?
00:23:31: In der Demokratien ist es wichtig die Bürger das Gefühl haben, dass sich durch ihre Entscheidung, sprich die Wahl etwas verändert.
00:23:39: So und es ist jetzt natürlich sehr schwierig zu sagen wenn ich meinen Kreuz bei der Partei oder bei anderen Parteien mache und dann ändert sich sofort die komplette Politik in Berlin.
00:23:50: Das ist sehr unwahrscheinlich zumal ja alle anderen auch wahlberechtigt sind.
00:23:55: Je weniger Menschen insgesamt wahl berechtigt sein desto wichtiger wird meine Stimme immer mehr der Fall als den größeren.
00:24:04: Und wenn ich jetzt hier auf Werheim gucke, wir haben irgendwie knapp zehn Tausend Einwohner jedes Dorf, jeder Ortsteil hat noch einen eigenen Ortsbeirat.
00:24:12: Wir haben eine Gemeindevertreterssitzung die haben Ausschüsse gebildet Wir haben ein Bürgermeister dem wir direkt wählen können.
00:24:18: Also das heißt da haben wir auf jeden fall die Wahl.
00:24:20: Das sind auch alles Menschen die irgendwie zugänglich sind Die man kennt weil sie halt leben natürlich aus und dürfen Sie ja nicht gewählt werden.
00:24:27: Ich glaube dass man mit seinen Sorgen schon ernst genommen wird Wenn man dahin geht.
00:24:32: Das Problem ist nur jetzt, wenn ich das nicht mache und es kein lokaljournalistisches Medium gibt was das stellvertretend für mich macht also was in die Ausschusssitzungen geht in die Gemeindevertretungssitzung geht und darüber berichtet.
00:24:46: Und dass dann auch einordnet.
00:24:47: Also sagt die Abgeordneten haben diese und jene Entscheidung getroffen.
00:24:51: Die Argumentation war so und so und das hat folgende Konsequenzen finanziell oder wie auch immer.
00:24:57: Dann verliere ich natürlich komplett die Selbstwirksamkeit Und dann verliere ich auch den Bezug zu Demokratie.
00:25:03: Das ist aus meiner Sicht brandgefährlich, weil das sehen wir leider bei den niedrigen Wahlbeteiligungen bei den Kommunalwahlen als.
00:25:11: paradoxerweise sind ja die Wahlbedeiligung bei den kommunalen Wahlen niedriger als bei allen anderen.
00:25:15: vielleicht noch bei der Europawahl da sind sie auch sehr niedrig.
00:25:19: also langen Rede kurzer Sinn Eine KI oder ein BOT, oder wer auch immer wird sich nicht die Mühe machen in die Gemeindevertreter Sitzung.
00:25:29: Oder in den Ortsparat von Wehrheim zu gehen?
00:25:31: Die werden das nicht tun!
00:25:33: Jetzt
00:25:33: kann man sagen ja... ...die verhandeln eh nur Kleckerbeträge ob die Parkbank jetzt links oder rechts steht oder wie auch immer.
00:25:39: Ja solche Dinge werden auch behandelt.
00:25:41: aber es geht auch darum.
00:25:43: haben wir nach wie vor ein Freibad in Wehrhelm.
00:25:45: Haben wir eine für günstigte Familienkarte dafür?
00:25:48: Wie sieht es eigentlich aus mit meinem Thema Neubergebiete und was bedeutet das für die Infrastruktur hier bei uns im Ort?
00:25:56: Was passiert, wenn die Kita-Gebühren plötzlich verdoppelt werden.
00:26:00: Und warum ist das so?
00:26:01: Und wie liegen wir denn dann eigentlich im Vergleich zu den umliegenden Gemeinden?
00:26:06: Das sind Fragen, die wird.
00:26:08: Keine KI auf absehbare Zeit, kein Bot.
00:26:11: Nichts automatisiertes auch keinen Social Media ersetzen die Gemeinde natürlich.
00:26:16: die Städte und Gemeinden geben Pressemitteilungen raus Die politischen Parteien geben Pressemitteilung raus oder schreiben was auf social media.
00:26:22: alles Schöne gut können sie alles machen.
00:26:24: aber ich muss wissen das ist nicht neutral Das ist nicht objektiv sondern es ist immer gefärbt.
00:26:31: Und dass macht's aus meiner Sicht so gefährlich und das sehen wir ja in den USA in diesen sogenannten Nachrichtenwüsten News-Deserts, dass also dort wo es kein Lokalmedium mehr gibt das regelmäßig erscheint
00:26:42: steigt
00:26:44: die Korruption.
00:26:46: Steigt die Unzufriedenheit mit der Demokratie und damit die Tendenz zur radikalen Position.
00:26:50: Und tatsächlich nehmen auch schwere Straftaten zu im Bereich von zum Beispiel Steuerhinterziehung Im Bereich von Umweltkriminalität und andere Dinge weil es niemandem gibt Der den reichen und mächtigen auf die Finger schaut
00:27:06: Wenn du das jetzt mal an dem Beispiel meint, dass es gerade ja super gut erläutert was da alles mit dran hängt.
00:27:14: Wie schafft man das tatsächlich die Bevölkerung dafür wieder zu sensibilisieren?
00:27:18: Also was sind da auch Bestrebungen, die ihr jetzt habt in Sachen Offenbach-Post wirklich mehr reinzugehen und genau diese Relevanz von der du eben auch sprichst mit aufzuzeigen.
00:27:31: Also tatsächlich schaffen wir das aus meiner Sicht erstens mal, indem wir natürlich Tag für Tag irgendwie den besten möglichen Job machen und das bestmögliche Produkt machen.
00:27:38: Das ist Punkt eins.
00:27:39: Punkt zwei ist Wir müssen deutlich breiteres Angebotsportfolio haben vor allem im Digitalen.
00:27:46: Also das reicht nicht, eine geduckte Zeitung anzubieten in ePaper und eine kostenlose News App sondern es muss auch vielleicht noch ein Newsletter.
00:27:53: Ein Newsletter ist zum Beispiel was?
00:27:55: Das ist so ein schöner Übergang.
00:27:56: Das funktioniert auch bei uns in den letzten Monaten und Jahren sehr gut.
00:28:00: also da haben wir steigende Zahlen.
00:28:02: irgendwann wird's darum gehen da auch mal einen Preisstil dran zu hängen.
00:28:05: aber ein kleines wo man sagt hier pass auf das ist einfach Arbeit das kostet uns so viel Zeit und da würden wir gerne Und dann glaube ich sehr an so ein Zwischending aus einem automatischen Newsletter oder aus einer App, die einen für bestimmte Bereiche Nachrichten zur Verfügung stellt.
00:28:26: Also wo ich sagen kann, sagen
00:28:27: wir mal
00:28:28: Ich wohne jetzt gerade in Langen aber ich komme gebürtig aus Neu-Isenburg und ich arbeite in Offenbach.
00:28:34: Also hätte ich gerne aus diesen drei Kommunen Informationen und vielleicht hätte ich gern auch Informationen aus Dreieich nebenan, weil das nicht so weit weg ist.
00:28:42: Und außerdem, weil mein Kind da in die Schule geht oder irgendwie sowas in der Richtung.
00:28:46: Also dann habe ich eben nicht mehr die Lokalzeitung, die ja immer ein Riesen gemischt war an Laden ist wo ich wo ja viele Leute sagen, das was bei euch im Politikteil oder Wirtschaftszeit steht.
00:28:56: Das bräuchte ich jetzt nicht!
00:28:57: Mich interessiert nur das Lokale oder ich will auch den Sport-Teil nicht weil der interessiert mich auch nicht.
00:29:01: Ich brauche kein Rätsel, ich brauche keinen Comic, was auch immer kann man alles machen und Gottes Willen will ich nicht verurteilen.
00:29:07: aber auch der Lokaljournalismus muss irgendwie finanziert werden und dann muss man eben sagen okay also ich will bestimmte Pakete und die kosten einfach eine Summe X Die ist viel niedriger als das Gesamtabo.
00:29:19: Das ist Punkt zwei.
00:29:19: und Punkt drei Wir müssen viel, viel mehr raus.
00:29:24: Wir müssen raus zu den Leuten indem wir ihnen einerseits sagen was wir tun also eine Transparenz herstellen andererseits erklären warum das wichtig ist und sie hoffentlich damit auch erreichen Und indem wir Journalismus mal auf ne ganz ganz andere Art und Weise machen als wir ihn bislang Zu großen Teilen gemacht haben.
00:29:46: Als Beispiel nämlich Mal Ich hatte am dreißigsten April die erste Auflage von einem Medizintalk in Offenbach, die habe ich selbst moderiert.
00:29:54: Worum geht es dabei?
00:29:55: Ich habe mit einem Chefarzt der Lungenheilkunde im Saner Klinikum zusammen das Konzept Medizientalk erarbeitet.
00:30:03: Er hat ganz viele Kontakte hier im Rhein-Main-Gebiet in der Ärzteschaft.
00:30:07: Ich hab meinen journalistischen Spür für gesellschaftlich relevante Themen mit Medizinbezug und daraus stellen wir jedes Mal ein Podium zusammen.
00:30:14: Wir laden Leute ein also Leserin und Leserer aber auch Leute, die keine Abonnenten sind können kommen.
00:30:20: Der Eintritt ist frei es gibt was zu essen und snack Und dann wird anderthalb Stunden diskutiert und es gibt dreißig Minuten die Möglichkeit Fragen zu stellen.
00:30:27: und Wir sind da.
00:30:29: also wir sind nahbar.
00:30:29: man kann uns vorher hinterher wie auch immer ansprechen und die Spitzenmediziner die wir zweifels ohne haben sind auch da.
00:30:36: Und ich muss keinen abstrakten Termin machen bei einer Sekretärin und dann dauert das sechs Monate bis ich zum Chefarzt vorgelassen werde, nein der sitzt dann da und er beantwortet Fragen!
00:30:46: Jetzt in der ersten Folge ging es darum wie bleibe ich fit bis ins hohe Alter?
00:30:50: Also was uns alle irgendwie betrifft und was uns über die Krankenkassenbeiträge und die Versicherungskosten auch finanziell betrifgt.
00:30:58: wenn wir nämlich alle mit siebzig irgendwie zwölf Krankheiten haben und siebzehn Medikamente nehmen ist das halt einfach für uns alle teuer.
00:31:05: und wo dann mal so Sachen geklärt werden.
00:31:07: Und das hört sich banal an, aber das sind einfach so Kleinigkeiten im Alltag.
00:31:12: Da war eine Frau also es ging um das Thema Ernährung ganz konkretes Beispiel und der Kardiologe hat gesagt Also er rät davon ab Fruchtsäfte in großen Mengen zu trinken weil man eben weiß dass die Fructose in den fruchtseften nicht anders wirkt als der normale Industriezucker und Das wäre eben schlecht fürs Herzreißlaufsystem usw.
00:31:34: So, dann meldet ihr sich eine Frau und sagt Ja aber ich mach mir ja jeden Tag einen Smoothie den mache ich ja selber.
00:31:38: Das ist ja viel besser.
00:31:39: Und da sagt der Jein Also es ist grundsätzlich gut dass sie kein verarbeitetes Produkt nehmen Sondern das ist selbst mann, das ist schon mal gut.
00:31:46: Aber die den Zucker haben Sie da trotzdem drin.
00:31:49: und Ich empfehle ihnen Dann entweder machen sie in Smoothie mit Gemüse weil das hat viel weniger Zucker Oder essen sie den Apfel oder die Banane einfach so Weil dann merken sie viel eher was sie zu sich nehmen und wann sie satt sind.
00:32:01: Und das hört sich jetzt nach einem super banalen Problem an, aber dass ist ja auch Journalismus zu sagen.
00:32:05: Auch wenn wir es nicht aufgeschrieben haben in dem Fall sondern als Veranstaltung.
00:32:09: Wir haben den Leuten Menschen näher gebracht die sie so vielleicht nicht kennengelernt haben.
00:32:14: Wir haben uns gezeigt wie wir arbeiten und wie wir recherchieren und wir haben Probleme aus dem Alltag gelöst.
00:32:20: und dann zeigt sich glaube ich schon sehr schnell warum Lokaljournalismus wirksam ist, weil es eben auch keine Infoveranstaltung der Klinik war die irgendwie im Nachgang noch hofft dass jemand sich da einweisen lässt und operieren lässt oder sonst irgendwas.
00:32:33: Und das war jetzt auch nichts von der Krankenkasse wo man noch einen irgendwie einen Zusatzpunkt kriegt um zehn Prozent Rabatt auf irgendetwas zu bekommen sondern das war einfach ein neutrales Angebot und so war auch das Feedback entsprechend positiv.
00:32:47: Philipp wenn Wenn ich dem irgendwie zuhör, was du da jetzt auch sagst.
00:32:51: Wie wichtig sind da tatsächlich auch Geschichten die daraus mit entstehen?
00:32:56: Also ist es nicht auch eines der Themenpunkte dass es genau Geschichten braucht, die Identifikationen schaffen und dann irgendwie... Ich sage mal irgendwie Andockmöglichkeiten weil ich finde es irgendwie nochmal wichtiger als nur verbindungenlos irgendwie zu schaffen sondern wirklich wo man sagt Da schafft man plötzlich was, was viel tiefer geht als einfach nur ich habe da mal irgendwas gehört.
00:33:21: Genau also das ist das eine persönliches Erleben wissen wir es viel intensiver als wenn ich jetzt einfach ein Artikel lese oder so klar und es geht natürlich auch.
00:33:32: und dass es auch zum Beispiel so einen Anspruch darüber diskutiere ich auch ganz oft mit Lesern mehrere Lokalausgaben, also das heißt nicht jeder Leser hat alles aus allen Kommunen bekommen.
00:33:44: Das haben wir in Corona zusammengelegt.
00:33:46: damals war einfach nicht viel nicht genug los und man wollte jetzt nicht im Umfang runtergehen Und wir haben es aber dabei belassen weil's natürlich aus Vertriebssicht und Ausdruckereisicht viel viel einfacher und effizienter ist.
00:33:57: und Jetzt habe ich immer mal wieder mit langjährigen Lesern zu tun die sagen ja Ich wohne bei Nägelsbach was interessiert mich was in Seligenstadt passiert und umgekehrt.
00:34:05: und dann sage ich mir Ja Natürlich Erst mal kann ich das verstehen, dass es so ein bisschen dieses Kirchturm denken.
00:34:10: Was passiert bei mir um den Kirchdruck?
00:34:13: Ja stimmt aber mein Anspruch unser Anspruch ist schon pro Ausgabe drei vier fünf Geschichten wie du richtig sagst zu liefern Bei denen vielleicht nicht so eine große Rolle spielt wo sie herkommen weil das auch bei mir sein hätte sein können.
00:34:30: Also entweder, wo ich sage, das hätt' mir auch passieren können oder das jetzt bei uns im Ort auch geben können?
00:34:35: Oder weil ich sagen, das gibt's bei unserem Ort nicht aber zwei drei vier Orte weiter gibt es das und da kann ich ja auch hinfahren ob mit dem Auto, mit dem Bus, mit einem Rad ist ja dann wurscht.
00:34:44: also die Leute sind ja auch mobil heutzutage Und Das ist schon der Anspruch und das merken wir auch dass die leute sehr mobil sind.
00:34:51: was funktioniert zum Beispiel auch online.
00:34:53: wahnsinnig gut ist alles so im Bereich Freizeit und Gastronomie.
00:34:57: Also, wo die Leute sagen hier ich habe ein Artikel gelesen da und da hat irgendwie neuer Laden aufgemacht Die machen dieses oder jenes Da gibt es super tolles Essen Oder da gibt's was bei sich was ganz besonderes als Freizeiteinrichtung.
00:35:09: Ich meine das kennen wir ja auch alle.
00:35:10: die halbe Republik fährt in Europa Park nach Ost.
00:35:13: also ich mein Da fährt man halt dann auch schon mal eine halbe Stunde oder eine Stunde oder im Falle von Europa Park auch deutlich mehr.
00:35:23: Also deshalb glaube ich, dass es darauf ankommt und das man wieder ein einfaches Beispiel aus der Samstagausgabe besagt.
00:35:30: Der Chefarzt aus der Lungenheilkunde hat jetzt erstmals in Hessen einen Workshop abgehalten für Hausärzte.
00:35:35: da geht's um die Lungenkrebs Früherkennung.
00:35:37: Die wird jetzt bezahlt seit ersten April glaub ich von der Kasse auch für Leute, die eine Disposition haben weil sie zum Beispiel rauchen oder sowas.
00:35:45: er hat den ersten Workshop gemacht überhaupt in Hessen in Offenbach so und da war ein Arzt aus Mühlheim schon vorher gemacht in NRW, weil er gesagt hat ich will das unbedingt meinen Patienten zur Verfügung stellen und dafür brauche diese Bescheinigungen so.
00:36:00: Und ich sage mal so, dass ist für uns alle relevant egal ob ich im Mühleheim wohne und das zufällig mein Hausarzt ist dann habe ich es natürlich am aller Einfachsten weil ich einfach hingehe und sage ich hätte gerne so ein Screening aber wenn ich in Neu-Esenburg wohne kann ich aussagen zu meinem Haushaltsmensch haben sie auch eine Bescheidigung?
00:36:15: oder können Sie mich mal überweisen?
00:36:16: Oder wie auch immer Und ich sage mal auch zum Arzt nehmen wir ja durchaus Weitewege im Kauf, wenn wir wissen dass wir da gut aufgehoben sind.
00:36:25: Ja jetzt ist es ja noch einmal was Besonderes tatsächlich in die jüngeren Zielgruppen reinzukommen und mit denen ins Gespräch zu kommen.
00:36:33: und das ist sicherlich auch nochmal etwas anderes ob man die auch mit diesen Themen in irgendeiner Form mit erreicht oder nicht.
00:36:39: und ihr habt euch ja entschieden oder das war ja auch so eine der Schnittmengen Woher wir uns kennen, nämlich mit Medienkompetenz heute wo ihr auch gesagt habt hier geht ganz andere Wege.
00:36:49: Warum?
00:36:50: Andere Wege?
00:36:50: und warum aus solche Wegen Philipp?
00:36:53: Na ja gut also wir sind natürlich einfach ein Player in der Region.
00:36:57: das muss man einfach sagen.
00:36:59: Wir haben dreihundert Arbeitsplätze Das ist offenbar nicht ganz klein.
00:37:03: Wir sind Gewerbesteuerzahler.
00:37:05: wie machen da unsere Geschäfte?
00:37:06: unsere Anzeigenkunden sind da.
00:37:07: Also wir sind schon wirklich tief in die Region verwurzelt.
00:37:10: Das ist schon mal Punkt eins, warum es immer Sinn ergibt auch der Region etwas zurückzugeben.
00:37:14: Nämlich über so ein Projekt wo wir ja durchaus auch ein paar eigene Ressourcen reinlegen also sowohl personell als auch finanziell.
00:37:21: Der andere Punkt dass wir eben gemerkt haben, dass wir diesen Fehler der vor etlichen Jahrzehnten gemacht wurde als man in der Erquise gesagt hat naja.
00:37:32: Der Kuchen wird jetzt nicht mehr größer aber er wird nur sehr langsam kleiner und solange das uns finanziell noch passt ist es alles in Ordnung.
00:37:40: Das war halt auch nicht so richtig nachhaltig wenn man ehrlich ist da hat man einfach viel verpasst und wir müssen jetzt irgendwie die Kurve kriegen sonst kommen wir irgendwann an einen kritischen Punkt.
00:37:51: Dann müssen wir aber sagen, mit einer Zeitung egal ob gedruckt oder im ePaper holen wir keinen fünfzehn und auch kein zwanzigjährigen mehr hinter dem Ofen hervor.
00:38:00: Und ich meine das auch überhaupt nicht böse.
00:38:01: da wird ja häufig so eine Generationenschelte dann betrieben.
00:38:04: jetzt bin Ich werde ich fünfundreißig dieses Jahr also Bin jetzt auch nicht super weit von denen weg.
00:38:09: und Auch in meinem freundeskreis hat keiner ne Zeitung abonniert wenn wir ehrlich sind als vielleicht mal ein Magazin.
00:38:14: Aber das war es dann auch schon.
00:38:17: Man muss einfach sagen die Welt hat sich durch das Smartphone, durch die sozialen Medien, durch KI und so weiter soweit gewandelt dass der Nachrichtenkonsum heute ganz ganz anders funktioniert.
00:38:28: Nichtsdestotrotz haben ja Menschen
00:38:31: A
00:38:32: also junge Menschen haben natürlich auch Heute merke ich politischer als wir das damals waren.
00:38:37: Die sind sehr politisch, die interessieren sich auch weil sie natürlich merken dass in unserem land sich Dinge verändert haben Das vielleicht des Wohlstandsversprechen was über Jahrzehnte gegolden hat mir geht es mal besser als meinen Eltern nicht mehr so richtig funktioniert Dass wir in eine klimakrisische hineinkommen die wirklich sehr sehr ungemütlich werden kann in nächsten fünf bis hundert Jahren dass Wir ein krieg wieder auf europäischen boden haben der uns betrifft.
00:39:02: Also, wir reden jetzt plötzlich wieder über ein Wehrdienst.
00:39:05: Das sind alles Dinge... Ich bin der erste Jahrgang und habe nicht mehr gemustert worden.
00:39:09: Aber ich bin nicht mehr eingezogen, so um Entschuldigung!
00:39:14: Für meine Generation war das alles überhaupt kein Thema.
00:39:17: Und deshalb treffen wir da auf einen sehr politischen Jahrgang, der aber natürlich durch dieses Durch diese excessive Internet-Nutzung, schon hier und da ein bisschen Unterstützung braucht.
00:39:31: Und dafür seid ja auch ihr da, die die Lehrer unterstützt.
00:39:34: Dafür ist Maya Sommer da, der sich mit den Schülerinnen und Schülern befasst.
00:39:39: Und damit sind wir da, dass sie sozusagen den inhaltlichen Input liefern, wo wir einfach sagen müssen also um unsere Demokratie zu erhalten, müssen wir einfach mehrere Dinge voneinander trennen.
00:39:49: Es gibt Influencer, die können mahnen was sie wollen.
00:39:51: es gibt Firmen Die haben ihren eigenen Profit im Sinne.
00:39:54: Es gibt Politikerinnen und Politiker, die erzählen natürlich auch nur das was sie gerne sagen wollen oder wo von dem Sie glauben dass es ihre Wähler gerne hören wollen.
00:40:04: Und es gibt Journalisten, die nach einem festgelegten Codex, nach dem Presse Codex arbeiten und die unabhängige Informationen zur Verfügung stellen und zwar egal ob im Video als Podcast oder gedruckt oder digital so Das.
00:40:19: deshalb müssen wir da rein, also natürlich ist es für uns ein Anknüpfungspunkt.
00:40:23: Gleichwohl meine Auma sagen muss ich gehe dann nicht mit der Intention rein zu sagen Ich will jetzt irgendwie im Fünfzehn oder Sechzehnjährigen ein Abo andrehen.
00:40:32: dass er das nicht kaufen wird ist mir klar.
00:40:34: Der hat auch keine fünf.
00:40:34: die Eurem Monat um sich das zu leisten hatte ich damals auch Nicht.
00:40:38: Also Sondern Es geht Darum Die Menschen Zu Empoweren Zu Hoffen Dass sie Irgendwann Auf Den Richter Kommen Das Lokaljournalismus was Ist Was Sie mitfinanzieren müssen.
00:40:48: Also da brauchen wir schon ein paar Leute, die mitmachen.
00:40:51: von alleine funktioniert es auch nicht und vielleicht erreichen wir darüber sogar über Umwege die Eltern, die wir nicht mal erreicht haben vor zwanzig dreißig Jahren mit solchen Angeboten Und jetzt im Grunde genommen vielleicht auf das Zeitung lesen irgendwie gar nicht gelernt haben oder verlernt haben oder wie auch immer.
00:41:07: Die dann sagen Mensch ich finde es aber cool dass sie in die Schulen gehen und das machen und Es ist und und dann plötzlich der Diskussion mit ihren Kindern sehen okay Lokaljournalismus hatten Wert für unsere Demokratie, unser Allgemeinwohl.
00:41:21: Unser Zusammenleben einfach, unser Gesellschaft ließ und ich bin bereit dafür einen Betrag X im Monat auszugeben um das in irgendeiner Form zu unterstützen.
00:41:30: Also es ist aber... Aber das ist wirklich das Zweite.
00:41:32: Das erste ist wirklich dieser Bildungsauftrag Dieser Region etwas zurückgeben Und dann natürlich wir sind auch ein privates Wirtschaftsunternehmen.
00:41:39: Am Ende müssen auch wir sehen dass wir das unterm Strich die Zahlen stimmen.
00:41:44: Ich würde gerne da gerade noch mal mit reingehen, weil das ist ja auch was.
00:41:49: Wir haben am Anfang ja auch schon geguckt oder drüber gesprochen wie sucht man also wie schaut man überhaupt nach Informationen auch heute?
00:41:57: Das hat sich ja kolossal verändert.
00:42:00: Jetzt hat sich das ja nochmal mehr verändert.
00:42:02: Also wenn wir auch darüber gucken, also zu unserer Zeit habe man irgendwie viel über Google gesucht... Auch da war schon dass man immer hatte wie ist es Seeo?
00:42:10: Wie ist es ranking?
00:42:10: Dass man da auch gut gefunden wird mit den Beiträgen.
00:42:14: Dann hat man eine Zeit lang über Social Media gesucht und suchen auch immer noch sehr viele, auch über TikTok und Co.
00:42:23: Und wenn du dann sozusagen nochmal in der anderen Richtung weiter guckst nämlich mit dem Thema gesucht wird heute auch über KI, dann hat sich das ja nochmal mehr verändert!
00:42:35: Wie wichtig ist es dir tatsächlich?
00:42:37: Also gerade wenn du auch sagst am Anfang hast du Hashtag Empathie gesagt Wie wichtig ist es dir eigentlich, diesen Ball aufzunehmen und auch zu sagen Leute wenn ihr euch informiert.
00:42:51: Es ist wirklich wichtig die und die Dinge mit zu beachten um dann einfach auch zu unterscheiden zwischen unterschiedlichen Medien und dem was sozusagen auch draußen geschrieben wird?
00:43:05: Also das hat viele Gründe.
00:43:07: also Punkt eins ich würde sagen dass wir Und auch das meine ich überhaupt nicht böse, weil soziale Medien sind von Menschen entworfen und gebaut worden die uns Menschen perfekt abhängig waren können.
00:43:25: Also da arbeiten ja nicht nur irgendwelche IT-ler im dunklen Keller sondern da sind Psychologen dabei und wir auch immer die genau wissen wie funktionierten Menschen dieses Gehirn?
00:43:34: und was muss ich tun damit der oder diejenige möglichst lange auf dieser App bleibt?
00:43:38: Und wir möglichst viel Geld durch Werbeeinblendungen verdienen?
00:43:41: so muss man es ja mal sehen So.
00:43:43: Und ich sehe aber sehr, sehr viele Menschen am Handy immer überall, morgens mittags abends in der Öffentlichkeit privat wie auch immer und ich glaube nicht dass uns das als Gesamtgesellschaft gut tut sondern...und da sind wir bei Empathie eine KI tut so als wäre sie empathisch.
00:44:04: Am Ende ist es nicht.
00:44:06: Sie würden so nie einen Arm nehmen wenn wir traurig sind.
00:44:09: Sie wird uns irgendwelche Worte hinschreiben, von denen sie glaubt dass das die wahrscheinlichste Antwort darauf ist.
00:44:14: Also das ist ja nicht einfühlsam, das ist Wahrscheinlichkeit.
00:44:17: Das muss man ganz klar so sagen.
00:44:20: Deshalb glaube ich wir brauchen mehr menschliche Begegnung.
00:44:22: auch das ist übrigens etwas was wir bei diesen Veranstaltungsformaten verfolgen wo wir auch Diskussions-Formate haben wo es darum geht auch mal mit Menschen zusammenzusitzen die nicht derselben Meinung sind wie man selbst.
00:44:33: So der andere Punkt ist natürlich natürlich diese Suchverhalten anders geworden ist, indem man Fragen stellen kann.
00:44:42: Alles gut, ich nutze es auch um Gottes Willen und man kann's mit Spracherkennung machen und das sind
00:44:47: alles
00:44:47: alles nett.
00:44:49: aber KI erzeugt ja einfach unheimlich viel Content Und KI greift immer auf den Content als Datenbank zurück.
00:45:01: Deshalb ist meine Vermutung und da gibt es durchaus einige Techniker die das bestätigen Die sagen es kann gut sein, dass KI über die Jahre schlechter wird.
00:45:13: Warum?
00:45:13: Weil einfach die Datenbasis schlechter ist.
00:45:16: also bis zum Zeitpunkt bis zur Erfindung der KI oder der Automatisierung war alles was im Internet ist irgendwie von einem Mensch geschrieben selbst wenn's unsinnbar.
00:45:23: irgendeiner musste sich hinsetzen und muss das aufschreiben.
00:45:26: Das ist mit KI weg.
00:45:27: Mit KI kann ich gewaltige Mengen Content egal ob gut oder schlecht produzieren.
00:45:32: Also produziere ich auch einen Haufen Müll So.
00:45:36: Und wenn wir jetzt dann noch Wenn wir jetzt dann noch dazu nehmen, dass KI natürlich auch in der Lage ist Dinge zu verfälschen.
00:45:43: Also wir können den Bildern nicht mehr trauen die wir sehen.
00:45:47: Wir können vielleicht Videos, die wir sehen nicht mehr trauen.
00:45:53: Wir können Podcast oder Sprachaufnahmen nicht mehr Trauen weil auch die kann ich.
00:45:57: jetzt nehmen wir gerade dieses Gespräch auf.
00:45:59: Wir haben wahrscheinlich schon mehr als genug Material dafür dass du sowohl mein Gesicht also meine Stimme zu irgendwas nutzen könntest wenn du das machen würdest was du nicht tun tust.
00:46:07: aber ich sag nur das macht natürlich schwieriger und in all diesem Wissen steckt für mich drin Ich muss mich irgendwie Um die kümmern, die wirklich da sind.
00:46:20: Die in meinem echten Leben eine Rolle spielen und um mich herum sind Und das ist meine Familie, das sind meine Freunde Das sind vielleicht auch meine Arbeitskollegen und das ist mein Stadt, meine Gemeinde Mein Ort, mein Dorf Und dazu gehört vielleicht auch die Lokalzeitung weil da Auch wenn die KI einsetzt sind es immer noch gelernte Journalisten, die sie einsetzen.
00:46:42: Auch wir bei der Aufmerpost setzen KI ein, aber der Mensch wird immer derjenige sein, der die Abnahme macht und der die Verantwortung trägt.
00:46:48: Und natürlich haben wir auch vor dem KI-Zeitalter Fehler gemacht.
00:46:52: Da hat sich ein Kollege vertippt und schon waren Datumfalsche eine Ankündigung oder Name falsch in der Bildunterschrift
00:46:58: usw.,
00:46:58: ist ja nicht so als ob's das nie gegeben hätte.
00:47:01: Im Gegenteil ich glaube durch KI werden wir weniger Fehler in der Zeitung haben.
00:47:06: Nichtsdestotrotz Das ist ja das, was echt ist.
00:47:08: Was real ist und alles
00:47:10: andere
00:47:11: Ist irgendwo da draußen.
00:47:13: Und dann kommt für mich noch ein ganz ganz entscheidender Fall Faktor dazu den ich bei mir selbst festgestellt habe und der der Grund war warum Ich jetzt soziale Medien außer whatsapp nur noch beruflich nutze nicht mehr privat.
00:47:25: Niemand von uns hat es je geschafft Bis zum ende durch zu scrollen.
00:47:30: wir waren Es geht immer weiter es kommt immer das nächste video es kommt Immer der nächste post immer die next story Immer gehts weiter.
00:47:38: Wenn ich eine Zeitung lese, ob gedruckt oder digital, bin ich irgendwann fertig.
00:47:45: Also kein Mensch liest eine komplette Zeitung von vorne bis hinten aber irgendwann bin ich fertig und dann kann ich sagen okay.
00:47:51: also an diesem Punkt kann ich für den heutigen Tag oder für die heutige Woche je nachdem was für ein Format ist sagen auch für den heudigen Monat wenn es ein Magazin ist.
00:48:01: in diesem Feld bin ich jetzt mal aufstand Und dann ist das auch gut und da kann ich mich demnächst hinzuwenden.
00:48:07: Wir müssen auch nicht... Auch das ist ja sowas dieses Four of missing out, also die Angst etwas zu verpassen oder die Angst was nichts zu wissen.
00:48:16: Wir können nicht alles wissen!
00:48:17: Wir müssen aber nicht alles sehen und wir müssen auch net alles sehen.
00:48:20: wenn es wichtig genug ist werden wir schon irgendwie mitkriegen.
00:48:24: Und das ist so der Punkt wo ich sage da glaube ich hilft ein empathischer Umgang mit der eigenen umgebung der unmittelbaren und vielleicht auch eine Lokalzeitung, die ja für viele Menschen, das muss man auch mal sagen durchaus zu dieser Umgebung gehört.
00:48:40: Also ich habe Abonnenten, die haben uns seit fünfzig, sechszig Jahren abonniert.
00:48:42: Die sind jetzt achtzig oder neunzig?
00:48:45: Und seit fünfzig oder sechzig Jahren sagen sie, ich lade jeden Morgen die Offenbarpost zum Frühstück ein.
00:48:50: Also natürlich komme ich nicht jeden morgen persönlich zu denen.
00:48:52: aber das Produkt was ich herstelle mit meinen Kolleginnen und Kollegen kommt zu ihnen an den Tisch und Sie vertrauen ihm so sehr dass es seit fünftig jahren da liegt.
00:48:59: jetzt überlegen wir uns mal wie viel welchen Produkten welche anderen produkt vertrauen wir denn in fünfzig Jahre?
00:49:04: Da fällt mir irgendwie nichts ein.
00:49:06: Vielleicht maximal noch das Nutella zum Frühstück.
00:49:08: Und selbst das hat die Rezeptur verändert!
00:49:11: Die Lokalzeitung hat nicht die Reaktur verändert, denn das was dahinter steht sieht ein bisschen anders aus und die Sprache hat sich verändert.
00:49:18: alles gut und schön.
00:49:19: aber die Receptur dass wie lokal Journalismus funktioniert das ist gleich geblieben.
00:49:26: Wenn du jetzt
00:49:27: nochmal
00:49:27: kurz auf Medienkompetenz heute guckst und Du warst ja mit mir jetzt auch kürzlich erst in einer Klasse mal drin Fünf Klässler mit unterstützt beim Thema Recherche.
00:49:39: Also welche Quellen sind glaubwürdig wie nicht?
00:49:42: Was ist da für dich eigentlich so der größte Wert, den junge Menschen da auch verstanden haben sollen?
00:49:48: also wenn die unsere Session hatten was ist dir da wichtig?
00:49:53: Na ja mir ist es wichtig dass sie nicht so... ich finde es eigentlich schön wenn Kinder unbeschwert in die Welt gehen können und wenn Kinder irgendwie keine Angst haben müssen.
00:50:04: auf sozialen Medien ist das aber nicht so.
00:50:06: Also, und in der Nachrichtenwelt auch nicht.
00:50:09: Es gibt einfach immer Leute mit genug Geld die wollen dass wir eine bestimmte Meinung haben, die wollen das wir in eine bestimmten Richtung denken oder wählen oder was auch immer.
00:50:21: Und diese Naivität muss weg sondern wir müssen uns der Realität stellen.
00:50:26: es ist nicht alles schlecht aber es ist auch nicht alles gut.
00:50:28: Wir müssen uns einfach sagen wenn wir mündig sein wollen als Bürger, als Demokraten dann müssen wir uns damit auseinandersetzen.
00:50:36: Dann ist es unsere demokratische Pflicht, zu wissen was los ist und zu wissen, was das bedeutet, damit wir eine fundierte Entscheidung treffen
00:50:41: können.".
00:50:42: Und wenn ich jetzt sehe wie engagiert diese Fünftklässer dabei waren in dieser Session?
00:50:47: Wie gut sie ihre Fragen vorbereitet hatten mit welchen Themen Sie sich auch auseinander gesetzt haben.
00:50:52: Dann is mir da überhaupt nicht Angst und Bange!
00:50:55: Ich hatte kürzlich zum Tag des Lokaljournalismus hatten wir ja auch so ne Veranstaltung wo es sozusagen Medienkompetenz in den Mini-Digikamps sehr komprimiert war... Erstaunlicherweise sehr, sehr viele ältere Personen dabei und wenig Jüngere.
00:51:09: Das war im ersten Moment so ein bisschen enttäuschend weil man gedacht hat ich treffe die junge Zielgruppe gar nicht oder die kommt gar nicht.
00:51:14: Ja mag sicherlich sein ist ein gesonderes Problem.
00:51:16: was ich viel viel interessanter fand war eine Frau die gesagt haben Wissen sie Ich muss ja jetzt ein Smartphone haben Weil es gibt gewisse Dinge in meinem Leben Die kann ich nicht mehr ohne erledigen.
00:51:26: Oder das ist so umständlich dass das nicht will.
00:51:29: Und wenn ich ein Smartphone habe, dann habe ich – und ich habe WhatsApp weil das gehört auch dazu, weil ich mit meinen Enkeln schreiben oder telefonieren will.
00:51:36: Dann habe ich automatisch KI auf dem Handy.
00:51:39: Ich habe auch ein soziales Medium auf dem Handy, weil auch WhatsApp eins ist.
00:51:42: Vielleicht hab' ich auch ein anderes, weil meine Enkel mich bei Instagram anmelden oder so.
00:51:46: Das heißt auch, ich bin mit siebzig, achtzig oder noch älter mit diesem Zeug konfrontiert!
00:51:51: Mir hat das aber nie jemand beigebracht... ...und ich habe
00:51:55: Angst
00:51:55: etwas falsches zu machen um jemandem auf den Lime zu gehen Und ich möchte, dass ihr mich stark macht und das werden wir tun.
00:52:02: Also wir sind jetzt gerade in der Konzeption wie man sozusagen... Es hört sich jetzt gemein an ist aber überhaupt nicht gemeinn gemacht.
00:52:09: Seniorenfit für Social Media und KI-Mann weil wir einfach sehen da ist ein Bedarf da die Leute wissen, dass sie sich vielleicht sogar schlechter auskennen als ihre Enkel haben.
00:52:21: aber erstens so viel Erfahrung, um das einschätzen zu können.
00:52:26: Also um zu wissen hier bin ich auf einem dünnen Eis unterwegs und da gibt es auch Ängste die sie vielleicht gerne abbauen möchten.
00:52:33: und dann würden Sie aber auch der anderen Seite wieder Dinge finden, die total positiv für ein Alltag werden wo sie sagen ach Mensch!
00:52:38: Das ist eine Funktion, die hilft mir Und darum geht's glaube ich dass wir uns dagegen an die Hand nehmen Generationen übergreifend und uns helfen.
00:52:49: Ja, wir den Senior erklären.
00:52:51: Pass mal auf!
00:52:52: Du kannst deine Einkaufsliste mit KI machen bis du schneller fertig und vergisst nichts mehr.
00:52:56: und umgekehrt der Senior vielleicht auch dem Enkel sagt pass mal auf nur weil da irgendein Influencer mit blauen Haaren irgendwas erzählt muss das noch lange nicht wahr
00:53:03: sein.
00:53:05: Genau, aber auch andersrum glaube ich wird eben auch ein Schuh draus.
00:53:08: Nämlich dass die Jungen auch ganz viel weitergeben können welche Erfahrungen sie gemacht haben
00:53:12: weil auch das
00:53:13: ist ein ganz wichtiger Punkt der immer viel in den Debatten verloren geht.
00:53:18: da gibt es auch viel Wissen inzwischen.
00:53:20: Da gibt's auch ganz viele Reflexionen und auch da können glaube ich manchmal Enkel die Großeltern und die Eltern auch gut an die Hand nehmen
00:53:28: und
00:53:28: auch Dinge schon weiter geben die man ihnen einfach nicht zutraut.
00:53:33: Und deswegen finde ich das so cool, wenn wir wieder an den Anfang zurückdenken wie wichtig Vertrauen und Zutrauen trotz alledem in jeder einzelnen Debatte ist, die wir haben um dieses Miteinander sozusagen auch wieder stärker zu fordern oder?
00:53:49: Genau absolut ja!
00:53:54: empathische Umgang miteinander wichtig.
00:53:57: Ich verurteile den anderen nicht, weil er Dinge nicht weiß oder vielleicht weil er auch irgendwo mal reingefallen ist oder irgendwas geglaubt hat was nicht gestimmt hat.
00:54:04: oder vielleicht wir denken mal an den Enkeltrick also auch Senioren das ist für viele Senioren mit Scham behaftet wenn sie auf solche Trickbetrüger eingefallen sind und viel viel Geld oder schmuck oder andere Dinge verloren haben Und es ist schlimm.
00:54:17: um Gottes Willen aber lasst uns doch gemeinsam einfach Nicht verurteil sondern unser Wissen
00:54:23: teilen
00:54:24: und gucken, wie wir gemeinsam irgendwie als Gesellschaft, als Gemeinschaft stark sind uns gegen die, die nicht mitmachen wollen.
00:54:32: Egal ob im Inneren oder im Äußeren auch resilient werden und zu sagen, pass mal auf das ist nicht so wie wir leben wollen sondern wir wollen in der Welt leben, die offen ist, die empathisch miteinander isst Die ehrlich ist bei der man Informationen vertrauen kann.
00:54:48: Das hört sich jetzt ein bisschen nach dem Teletabiland an.
00:54:52: Wahrscheinlich werden wir auch da nicht hinkommen, was nicht heißt das wir es nicht probieren sollten.
00:54:57: Genau und ich, eines was ich vielleicht noch mal mitgeben kann gerade vor allen Dingen wenn man kleine Kinder hat Und Radio hört.
00:55:05: Auf da sind natürlich ganz viele Nachrichten, die irgendwie immer erst mal sehr schrecklich sind.
00:55:11: Auch wirklich große Furcht auslösen und ganz viel Einordnung auch von Eltern für Kinder brauchen.
00:55:19: Und ich tatsächlich auch eine ganze Zeit lang gar keine Nachrichten angemacht habe im Radio weil irgendwie permanent Mord- und Tutschlag im Radio zu hören waren.
00:55:29: Das teilweise aber auch mit in den Zeitungen.
00:55:31: Inzwischen mein Sohn ist neun Fordert es tatsächlich ein, das zu hören im Radio die Nachrichten.
00:55:39: Dass ich nicht mehr ausschalte und genauso auch die Zeitung auf dem Tisch durchzublättern und dann auch laut vorzulesen was da steht.
00:55:47: aber auch da ist es wieder.
00:55:49: vielleicht braucht's auch wieder mehr gute Geschichten oder Philipp?
00:55:52: Unbedingt also.
00:55:53: das ist eine Ansatz den wir gerade verfolgen.
00:55:56: da haben wir grad ganz konkrete Ausschreibungen gewonnen auch wo drei Kolleginnen und Kollegen bei einem ganz tollen Programm mitmachen d.h.
00:56:02: B-Local.
00:56:04: Das ist ein Programm vom Bonn-Institut, das ist eine gemeinnützige Einrichtung die sich auf die Aus- und Weiterbildung von Journalisten konzentriert.
00:56:11: Und die sehr stark den konstruktiven und dialogisch orientierten Journalismus in den Vordergrund rückt.
00:56:17: Von Ellen Hinrichs oder?
00:56:18: Ellen Hinrichs genau ist die Chefin, ganz inspirierende Person aus meiner Sicht Von so einem ähnlichen Ansatz wie du kommst eigentlich, die sagt also wenn ich die Nachrichten anmache.
00:56:29: Wenn ich die Zeitung lese und so weiter ist sehr viel Schreckliches drin Und das kann einem Angst machen und die auch von dem ja von nem empirischen Standpunkt her kommt dass sagt Die sagt naja aufgrund dieser schreckensnachrichten.
00:56:44: Es gibt mittlerweile Menschen, die sagen das belastet mich so sehr dass ich aktiv Nachrichten vermeide.
00:56:49: Also ich schalte nicht nur die Nachrichten aus wenn man Sohn dabei ist sondern immer weil ich das einfach nicht hören will und Das kann aber nicht die Lösung sein in der Demokratie.
00:56:58: Sondern wir müssen immer auch sagen Ja es gibt schreckliche Dinge auf der Welt Aber es gibt A auch gute Es gibt B selbst bei schrecklichen Möglichkeiten sie zu lösen oder Sie besser so machen.
00:57:10: Und es gibt C und da sind wir beim Dialog häufig viel mehr Verständnis, wenn man mit der vermeintlichen Gegenseite ins Gespräch kommt.
00:57:19: Und wenn man merkt Mensch, der ist eigentlich also jetzt stimm ich zwar politisch nicht mit dem überein aber ansonsten ist das ein feiner Kerl und wir können irgendwie zusammen eine Cola trinken dann ist es auch in Ordnung.
00:57:30: Wir müssen uns nicht versteckt hinter dem Deckmantel der Anonymität auf Social Media anpöbeln sondern wir können uns einfach an den Tisch setzen und sagen wir sind nicht einer
00:57:41: Meinung
00:57:43: Aber wir haben unsere Argumente zumindest ausgetauscht und sowas wie ein Verständnis für einander geweckt.
00:57:48: Und da machen jetzt gerade drei Kolleginnen und Kollegen von mir mit und bringen die Erkenntnisse über das ganze Jahr, haben sehr viele Workshops und bringen die Erkennisse in die Redaktion weil wir dann natürlich als Lokalzeitung auch noch viel viel stärker werden können.
00:58:00: Ein Beispiel wo wir es gemacht haben war vor... Das war relativ kurz nachdem ich nach Offenbach gekommen bin damals noch als stellvertretender Chefredakteur.
00:58:07: Wir haben eine Serie gemacht über die Offenbarer Innenstadt.
00:58:09: Wer jetzt offenbar kennt, die offener Innenstadt, ich sag mal da gibt's schönere und da war die Lage auch wirtschaftlich schonmal besser.
00:58:18: Und trotzdem wollten wir nicht in dieses lamentierenden, dieses nostalgische Gemäcker was häufig in Offenbach herrscht.
00:58:26: Offenbares Leidene Stadt die nichts ein tolles Image hat Auch bei den eigenen Bewohnern was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann weil sich Offenbach gerade massiv positiv entwickelt.
00:58:35: Und es gibt Leute, die was dagegen tun.
00:58:38: Es gibt Menschen, die im Kleinen versuchen, etwas besser zu machen und es gibt andere Städte, die auch ein Strukturwandel haben.
00:58:44: Denkt man mal ins Ruhrgebiet, die es in Teilen schon geschafft haben.
00:58:48: oder denken wir an Städten.
00:58:50: also aus meiner Sicht wo es sehr gut funktioniert ist in Städtchen in den Niederlanden.
00:58:53: ich bin oft in Niederlands ne Mullab.
00:58:55: Die haben ganz tolle Innenstädte mit einem ganz florierenden Einzelhandel der aber nicht mehr so funktioniert wie wir gehen alle, wie vor zwanzig Jahren zum K-Statt und kaufen da alles was wir brauchen.
00:59:05: Und wenn es das dann nicht gibt, dann gibt's das halt nicht und dann bestellen wir das auch nicht im Internet.
00:59:09: Das ist ja Quatsch!
00:59:12: Also von daher haben wir eine Serie gemacht, da haben wir ne Podiumsdiskussion zugemacht Da haben wir Umfragen zugemachten, waren vor Ort, haben mit Leuten gesprochen und haben dann eben auch Beispiele gezeigt die es besser gehen kann habe ich, ich weiß gar nicht mehr wieviel es waren.
00:59:28: Aber das ist so ein Listikel geschrieben, elf Gründe warum man positiv in die Zukunft der Offenbare Innenstadt schauen kann.
00:59:34: Da kommt natürlich immer einer, der daran rumweckern und sagt ja Gott!
00:59:37: Der Spinner, der Träumer was auch immer geschenkt.
00:59:40: Es gibt Leute, die wollen einfach wenn sie eine Zitrone kriegen keine Limomaren sondern die einfach so aussaugen.
00:59:46: aber es gab auch ganz viele die gesagt haben danke für die Serie Das ist ein Stück Lokalpatriotismus dass ihr da gemacht habt Und das ist etwas was wirklich meine Perspektive erinnern kann.
00:59:56: Ja, also es gibt sie sozusagen und das ist ja auch schön.
01:00:00: Und ich würde dir noch gerne eine Abschlussfragen stellen die vielleicht auch so ein bisschen mit in die Zukunft rausgeht nämlich wenn du mal zwei drei vier fünf Jahre weiter gehst was wäre für dich tatsächlich oder was wünscht zu dir wo ihr als Lokalmedium tatsächlich auch steht?
01:00:18: Also was ist dir da ganz wichtig auch erreicht zu haben?
01:00:22: Also mir ist es zum einen wichtig dass wir weil wir tatsächlich da viel Wert darauf legen, dass wir eine gute Ausbildung haben.
01:00:29: Dass wir Praktikanten und Volontärinnen und Voluntäre gut ausbilden, dass sie halten können – auch junge Kolleginnen und Kollegen -, dass wir ein motiviertes engagiertes Team haben, das sich anführen darf.
01:00:39: Das ist was ich möchte aber natürlich erst mal als Aufgabe.
01:00:43: auch ein Privileg ist es zu bekommen die Möglichkeit dazu zu haben.
01:00:48: Ich möchte natürlich, dass unsere Verleger unserer Gesellschaft uns die Mündigkeit geben mit demselben Personal und den selben finanziellen Einsatz in der Fläche aktiv zu sein.
01:01:01: Das wird schwierig genug, dafür sind ja auch wirtschaftliche Dinge daran an denen wir jetzt gar nicht so viel ändern können als Redaktion.
01:01:07: also Stichwort Werbevermarktung zum Beispiel.
01:01:11: das ist das andere und ich wünsche mir dass wir es
01:01:14: geschafft
01:01:14: haben oder dass wir auf dem Weg sind Produkte zu entwickeln die einfach mehr Leute erreichen mehr Leute, die auch bereit sind für den Lokaljournalismus in paar Euro.
01:01:24: Ich rede jetzt nicht vom Voll-Abo für zweiundfünfzig Euro sondern wirklich ein paar Euro im Monat in die Hand zu nehmen.
01:01:31: Zu sagen hey das ist ein Wert den erkenne ich an und dafür bin ich bereiten bisschen zu zahlen auch wenn vielleicht nicht jeder Tag toll ist oder auch wenn mal ein Fehler passiert oder auch Wenn ich mich mal über einen Artikel ärgere.
01:01:43: Und und dass wäre so der Ziel ne?
01:01:45: Dass wir eigentlich mehr Menschen mit unseren Angeboten erreichen und mehr Menschen klar machen, warum es wichtig ist, dass es uns gibt.
01:01:52: Und das wir uns da natürlich ganz stark verändern müssen im Sinne von was haben wir überhaupt im Angebot?
01:01:57: Wie arbeiten wir?
01:01:58: Wie sind wir in der Fläche präsent?
01:01:59: Wo sieht man uns?
01:02:00: Wo kann man uns erleben?
01:02:01: Wie machen wir unsere Arbeit transparent?
01:02:04: Das ist auch klar!
01:02:05: Das ist super viel Arbeit.
01:02:07: Aus meiner Sicht ist die Arbeit also das ist die arbeit wert.
01:02:10: Das lohnt sich.
01:02:12: Sehr cool, ich bin gespannt was eintritt und wir bleiben da auch dran im Gespräch.
01:02:17: Und reden dann auch mal wieder dazu was sich da verändert hat und ich sage vielen Dank für die vielen Einblicke!
01:02:23: Danke schön Nina.
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